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Kommentar

Wir sind Borussia!

Ein Kommentar von Möppi (@maetthimoped) und Tobi (@boekelblog)

Während man zwischen all den Störfeuern der letzten Tage steht, würde man dies am liebsten aus sich herausschreien, als würde es sie löschen. Dabei hatte die vergangene Woche ja eigentlich ein positives Ende genommen: Hätte man nach dem sehr ordentlichen Auftritt in Freiburg am Sonntagabend auf eine derart turbulente Woche rund um den Borussia-Park gewettet, müsste man sich um die steigenden Energiekosten wohl erstmal keine Sorgen machen. Zu den schlechten Nachrichten rund um Itakura und Neuhaus gesellten sich dann aber Mitte der Woche noch absolut vermeidbare Baustellen aus dem eigenen Lager hinzu und so wurden es dann aus Fansicht doch sehr unruhige Tage. Dabei braucht es derzeit bestimmt keine Spekulationen um den Gesundheitszustand einzelner Personen. Vielmehr sollte der Fokus auf Borussias Entwicklung in den letzten Monaten liegen:

Seit der Verpflichtung von Daniel Farke hat sich einiges am Niederrhein getan. Es gibt eine neue Euphorie, neue Spieler, neue Verträge, einen erstarkten Sportdirektor und die Rückkehr zu einer neuen Version des alten Spielstils. Kurzum: Borussia hat wieder zu sich gefunden. Sicherlich ist noch nicht alles perfekt, jedoch kann man eine deutliche Marschroute erkennen. Wir Fans sind nach unserer langen Leidenszeit während der Pandemie endlich wieder mit voller Kraft dabei und können das, was wir auf dem Rasen sehen, wieder voll unterstützen und uns damit identifizieren.

Nun geht es am Samstagabend zuhause gegen die unbeliebten “Rasenballsportler” aus Leipzig, die mit unserem Ex-Trainer Marco R. sowohl sportlich als auch strukturell den Gegenentwurf zu unserer Borussia darstellen. Unendlich viel Geld des Brausemagnaten, Farmteams auf der ganzen Welt, Spielchen bei Transfers und das Nichtbeachten von Auflagen, sowie unrechte Vereinsstrukturen bereiten jedem Fußballfan schon beim Aufzählen einen Klos im Hals. Der RB Fußball, der mit seiner Körperlichkeit und dem Fokus auf Pressing (PRESSEN WIR MÜSSEN PRESSEN) die Sportdirektoren der Liga geblendet zu haben scheint, jedoch in Gladbach zuletzt krachend gescheitert ist, steht dem ballbesitzorientierten Fußball Farkes gegenüber. Während Borussia einst mit 10.000 Fans nach Rom reiste, begleiteten am Mittwoch ganze 900 „Rasenballisten“ ihre Mannschaft nach Madrid. Die lässige Ankumpelei Roses gegen die sachliche Nüchternheit Farkes. Die beiden Bundesligisten scheinen sich in jeder Hinsicht zu unterscheiden, aber was bedeuten diese Gegensätze nun für das emotional aufgeladene Duell am Samstagabend? Welche Antwort könnten die Fans und die Mannschaft auf diesen Antagonismus geben?

Das stärkste Signal lautet Widerstand: Auf dem Rasen und auf den Rängen. Während Daniel Farke auf der Pressekonferenz bereits das Signal gab, dass er und die Mannschaft sich bestmöglich auf einen heißen Tanz vorbereiten und versuchen werden, Leipzig den Fohlenfußball aufzudrängen, muss auch von den Rängen der Funke überspringen. Das Stadion ist ausverkauft und nach den Querelen dieser Woche bereit dazu, angezündet zu werden. Jedem jetzigen und zukünftigen Mitarbeiter dieses Konstrukts muss es in der Tasche mit den RB Euros brennen, nicht diese geballte Leidenschaft der Borussia-Supporter im Rücken zu haben. 

Denn wir brauchen keine Genugtuung mehr. Auch wenn es sicher schön wäre, den Ex-Trainer noch einmal mit einer Packung nach Hause zu schicken: Es geht nicht mehr um die Vergangenheit – sondern um Borussia Mönchengladbach und seine Zukunft. Wir haben einen neuen Weg eingeschlagen und sind die ersten Schritte erfolgreich gegangen. Lasst uns gemeinsam konstruktiv dazu beitragen, dass dieser Weg am Samstagabend erfolgreich weitergeht.

Jeder Zweikampf, jeder Pass, jede Aktion muss mit der lauten Zustimmung von uns – den Fans – aussagen: Wir sind Fohlen – keine Bullen!

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