Warum Plea ein geeigneter Halbfeld-10er unter Hütter werden könnte

Alassane Plea hat in der Saison 20/21, in insgesamt 39 Pflichtspielen, 12 Tore und 5 Assists gesammelt.
In der Bundesliga-Saison waren es lediglich 6 Tore und eine einzige Vorlage.
Für Lasso eher eine unterdurchschnittliche BuLi-Zeit, denn in der Vorsaison sammelte dieser 10 Tore und 10 weitere Assists.

Warum Alassane Plea dennoch ein hervorragender Halbfeld-10er unter Adi Hütter werden könnte und was Marcus Thuram damit zu tun hat, erläutert BorussiaExplained.

Spielstil

Alassane Plea tut es gut, wenn er mit Ball den Gegner vor sich hat und nicht wenn er die einzige Sturmspitze geben muss. Sein Spiel ist bestimmt davon, den Ball zu haben, dafür lässt er sich auch gerne tiefer zurückfallen. Das beweist seine Heatmap in der Saison 20/21:

Abbildung 1: Heatmap v. Plea 20/21

Deutlich wird auch, dass der Angreifer sich gerne in den Halbräumen vor dem Strafraum aufhält, besonders im linken. Von da aus kann er mit seinem starken rechten Fuß in die Mitte ziehen und den Abschluss, oder den entscheidenden Steckpass in die Tiefe suchen.

Lasso wird immer dann gefährlich, wenn er mit Ball auf die Kette zugehen kann. Dabei kombiniert er Übersicht, eine solide Technik und ein Timing, für spielbare Steckpässe in die Tiefe.

Wenn sich der Angreifer tiefer fallen lässt und den Ball hat, ist meistens Zug in seinen Aktionen. Dabei hat er die Übersicht, um das Spiel schnell und auch wenn nötig, breit zu machen.
Im Beispiel sieht er den freien Raum auf der linken Seite und verlagert somit das Spiel.

Abbildung 2: Plea mit Seitenverlagerung; Wyscout

Wenn Plea sich tiefer fallen lässt, bedeutet das nicht, dass er vorne fehlt. Lasso hat das Spielverständnis und die Freilaufbewegungen, weiß in welchen Räumen er sich befinden muss, um immer wieder anspielbereit zu sein.
Bei der Aktion rund um die 58. Spielminute im Bundesligaheimspiel gegen die SGE, wurde dies deutlich:

Alassane Plea ließ sich tief fallen, sorgte für eine Anspielstation. Machte das Spiel aber nicht langsam, sondern ließ den Ball direkt klatschen, um Tempo in die Aktion zu bekommen.

Abbildung 3: Plea in der eigenen Spielhälfte anspielbar; Wyscout

Plea sprintete den Weg nach vorne, war durch seine Freilaufbewegung erneut im Zentrum anspielbar.

Abbildung 4: Plea weiter in der Aktion; Wyscout

Lasso machte das, was er am liebsten tut:

Auf die letzte Kette des Gegners zulaufen und Tiefe suchen. In der Aktion suchte er Denis Zakaria.

Abbildung 5: Plea suchte Zakaria in der Tiefe

Wenn sich Plea tiefer fallen lässt, hat er die spielerischen Stärken, seine Mitspieler aus allen Spielfeldzonen einzusetzen. Im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld zog er sich aus der ersten Linie zurück, ließ sich fallen und war für die Gegenspieler nicht greifbar, sodass er frei anspielbar war. Das Auge und die Technik für den tiefen Pass hat Alassane Plea alle Male. In dieser Szene war Breel Embolo nach dem Pass frei vor Ortega.

Abbildung 8: Plea im letzten Spieldrittel, Pass in die Tiefe für Embolo; Wyscout

Abbildung 9: Embolo frei vor Ortega; Wyscout

Aus dem Halbfeld heraus: Den immer wieder suchenden Steckpass in die Tiefe

Der französische Nationalspieler befindet sich immer wieder in den Halbräumen. Von da aus sucht er den tiefen Ball für seine Mitspieler.

In diesem Fall verhielt sich Plea im freien Halbraum, konnte aufdrehen und suchte direkt den Pass in die Tiefe und kreierte für Denis Zakaria eine gute Torchance.

Abbildung 6: Plea im Halbraum; Wyscout

Abbildung 7: Zakaria frei vor Neuer; Wyscout

Alassane Plea spielte in der abgelaufenen Saison 20/21 2,21 Steckpässe pro Spiel. Die Statistik beweist, wie oft er diesen Pass spielt, wenn man weiß, dass der Bestwert bei 2,58 gespielten Steckpässen liegt.

Passstatistiken rund um die Box

Die Stats zeigen: Plea spielte je 90 Minuten im Schnitt 3,25 Pässe in die Box. Das ist für einen nominellen Angreifer eine hohe Quote. Dabei gelangen 56,41% der Pässe in den Strafraum, an den Mitspieler.

Abbildung 10: Plea´s Zuspiele in die Box; Wyscout

Die Halbraumbesetzung Pleas auf dem 10er-Raum, gibt Marcus Thuram die freie Stürmerposition

Wenn man genauer auf die Passstats von Lasso Plea schaut, wird deutlich, dass es Thuram guttut, Plea hinter sich zu haben.
Bei 9 Torschussvorlagen für Thuram, kreierte Plea einen xAssist-Wert (erwartete Assists) von 2,05.

Abbildung 11: Plea Assists; Wyscout

Thuram kann die tiefen Laufwege hinter die letzte Kette des Gegners schneller und dynamischer aufnehmen, als Plea. Dieser kann wiederum den Steckpass genau und im richtigen Timing spielen.

Im Auswärtsspiel bei Hertha BSC erfolgte eines dieser Zusammenspiele, zwischen Tikus und Plea. Ein einfaches Steil-Klatsch-Tief Spiel sorgte dafür, dass Plea seine Qualitäten im Passspiel aufzeigen und Thuram seine Dynamik ausnutzen konnte.

Abbildung 12: Thuram und Plea im Doppelpass; Wyscout

Abbildung 13: Plea mit dem tiefen Pass, Thuram im Sprint; Wyscout

Auch im letzten Spieldrittel ein gefährliches Duo – Plea und Tikus

Die beiden finden sich auch im Angriffsdrittel regelmäßig. Thurams Läufe in die Tiefe sorgen immer wieder dafür, dass sich die letzte Abwehrkette des Gegners tiefer reinziehen lässt, als gewollt.

Dabei ist es egal, ob Thuram sich tatsächlich zentral von Plea anspielen lässt,

Abbildung 14: Plea im DfB-Pokal Viertelfinale im Zusammenspiel mit Thuram; Wyscout

Abbildung 15: Thuram, nach Anspiel von Plea, im Strafraum; Wyscout

oder ob dies über die Außen geschieht:

Abbildung 16: Pleas Pass in die Tiefe für Thuram; Wyscout
Abbildung 17: Thuram vor dem Schalker Keeper; Wyscout

Es lässt sich erahnen, welch ein Potenzial beide im Zusammenspiel haben.
Bleibt zu hoffen, dass weder Alassane Plea, noch Marcus Thuram uns in diesem Sommer verlassen.

In der abgelaufenen Saison bestritt die Fohlenelf, die 2. Halbzeit im Heimspiel gegen den SC Freiburg, in einem 3-4-3 und drehte somit die Partie. Alassane Plea spielte im linken Halbfeld im „10er-Raum“, und Thuram durfte erstmals in der Saison in die Sturmspitze. Der Franzose erzielte beide Treffer zum 2:1 Sieg und zeigte vor allem bei seinem zweiten Tor, welche Dynamik er hat.
Diese Variante kann eine Option für Adi Hütter werden um Pleas Spielstärke, aber auch den nötigen Kontakt zum Strafraum einzubinden.

Abbildung: Borussia am 27. Spieltag der Saison 20/21, im Heimspiel gegen den SC Freiburg, in der 2. Halbzeit in einem 3-4-3.

Pleas Schwächen im Gegenpressing

Der Stürmer hat ordentliche Werte im Bereich der Ballgewinne im letzten Spieldrittel. Das deutet darauf hin, dass Plea in erster Linie diszipliniert anläuft.
Mit 1,21 Balleroberungen und 0,46 gefährlichen Ballgewinnen pro Spiel, hat Alassane Plea, wie bereits erwähnt, ordentliche Werte.
Vor allem in der Zone 14* (diese Zone ist meist die entscheidende, um Tore zu erzielen / um Gegentore zu vermeiden – Zentral kurz vor dem Strafraum), hat der Franzose 17 Ballgewinne und daraus resultierend sogar einmal getroffen.

Abbildung 18: Pleas Statistiken – Ballgewinne; Wyscout



* Zone 14:

Abbildung 19: Bildliche Veranschaulichung der Aufteilung des Spielfelds in Zonen – Zone 14; spielverlagerung.de

Doch im Gegenpressing hat Plea definitiv Verbesserungspotenzial. Adi Hütter legt großen Wert auf Gegenpressingmomente, vor allem in zentralen Spielbereichen.
Pro Spiel hat Alassane Plea 1,46 Balleroberungen im Gegenpressing erzielt. Bestwert sind 7,26 pro 90 Minuten. Auch als Stürmer, ist der Wert von 1,46 nicht der Beste.
Das liegt a) an seiner nicht immer lustvollen Art gegen den Ball zu arbeiten und b) aber auch daran, dass er oft auf der ersten Pressinglinie ist und meist die Gegenpressingmomente hinter seinem Rücken stattfinden. Round about muss da aber definitiv mehr kommen vom Angreifer.

Abbildung 20: Pleas Statistiken im Gegenpressing; Wyscout

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