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Schon wieder José Mourinho! Nächster Titel in der Vitrine – AS Rom vs Feyenoord Rotterdam 1:0

José Mourinho hat wieder einen Titel gewonnen. Nachdem der Titelsammler international bereits die Champions- und die Europa League gewann, so tütete er auch nun die neu eingeführte Conference League im Debütjahr ein – mit der AS Roma.

José Mourinho hat wieder einen Titel gewonnen. Nachdem der Titelsammler international bereits die Champions- und die Europa League gewann, so tütete er auch nun die neu eingeführte Conference League im Debütjahr ein – mit der AS Roma.

Der letzte Titel gelang den Hauptstädtern 2008 – vor 14 Jahren, die Coppa Italia.
Somit rückte der Portugiese nach seinem ersten Jahr in die Herzen der Roma-Fans ein.

Bild: @bmg.Edits


Dabei zeigten beide Trainer, José Mourinho und Arne Slots (Feyenoord Rotterdam), dass sie taktisch bestimmte Phasen im Spiel beeinflussen können. So lieferte vor allem die erste Halbzeit viele taktische Umstellungen beider Mannschaften.

Eine Analyse von Deniz (@BorussiaExpl)

Die erste Hälfte war davon geprägt, dass Feyenoord den Ball hatte (so auch in der zweiten Halbzeit) und die Roma bedacht war, mit einem guten Pressingplan, den Gegner vom eigenen Defensivdrittel fern zu halten.
Zwar konnten die Italiener selbst kaum Gefahr ausstrahlen (besonders die ersten 5-10 Minuten unter Druck gestanden, aufgrund des sehr starken Gegenpressings von Feyenoord), konnten aber das Spiel – trotz 38% Ballbesitz in der ersten Halbzeit – neutralisieren und in ihrer stärksten Phase (zwischen der 22sten und 32sten) mit dem Führungstreffer das Spiel entscheiden.

Pressingschema AS Rom – Cleveres Verhalten von Abraham und Zaniolo

Feyenoord agierte im Aufbauspiel aus einer 4er-Kette heraus.
Während Kökcü meist höher stand, positionierte sich Aursnes tiefer – als zentraler 6er. Zwar rückte Kökcü dynamisch auch mal als neuer Linksverteidiger ein, während LV Malacia dann höher schob und RV Geertruida ins Halbfeld, gar Zentrum einrückte, um Anspielstationen für die IV zu schaffen. Für Abraham, Zaniolo und Pellegrini war dies zwar kein Problem, doch Feyenoord lebte zu Beginn von individueller Stärke.

Abraham und Zaniolo bildeten die erste Pressinglinie und positionierten sich meist breit.
Im Zentrum stellte Pellegrini mannorientiert Feyenoords Sechser Aursnes zu.

Geertruidas rausrücken ins Zentrum schaffte Abraham die Aufgabe, diesen im Rücken zu schließen.
Durch die vom Rechtsverteidiger abhängige Position von Abraham, konnten die Innenverteidiger ohne Balldruck spielen.

Passte LIV Senesi den Ball zum RIV Trauner, presste Abraham diesen zwar, konnte aber Geertruida dabei nicht mehr schließen, weil der Stürmer im inneren Bogen anlief – bedingt durch die vorherige Position vom RV. Dabei ließ sich Geertruida wieder fallen, löste sich somit aus dem Schatten vom Engländer und konnte von Trauner angespielt werden.

Für die Roma eigentlich kein Problem, weil der linke Flügelverteidiger Zalewski mannorientiert pressen konnte und dabei keine Unterzahl für die eigene Verteidigung verschuldete, aber Geertruida konnte das Eins-gegen-Eins Duell lösen. Mit der individuellen Qualität hatte die Elf von Mourinho am Anfang zu kämpfen.

So konnte der Niederländer die letzte Linie bespielen, weil die Sechser der Roma nicht mehr rechtzeitig verschieben konnten. Ein weiteres Problem zu Beginn für die Roma war, dass sie durch die vielen Verschiebebewegungen nicht schnell genug in Duelle kamen, gerade im Gegenpressing konnte Feyenoord viele Ballgewinne erzielen, die Roma keine Luft zum atmen gaben.

Mit Geertruidas Positionsspiel hatte Zalewski zu kämpfen.
Zwar konnte die Roma den Gegner auf eine bestimmte Ballseite lenken und auf ihre Mannorientierungen setzen, jedoch hatte das diagonale Rausrücken von Geertruida die Folge, dass Zalewski mitzog und dabei den longline Ball für Trauner ermöglichte, den Stürmer Dessers erlief.
Nelsons Einlaufen ins Halbfeld, zog Ibanez aus der Kette raus.

Rom kämpfte mit der Unruhe im Ballbesitz und der nicht guten Staffelung, die sie mit Ball hatten. Daraus ableitend entstanden viele lange Bälle, die in der Entstehung unvorbereitet waren.

In der siebten Minute war erstmals die Aufbaustruktur der Roma zu erkennen.
Diese bauten aus einer 3+1 Staffelung auf, die von Mkhitaryan und Pellegrini auf der Acht unterstützt wurden. Die Wingbacks schoben symmetrisch hoch, während Abraham fest die letzte Linie füllte und Zaniolo zwischen den Linien pendelte, sodass sich eine 3-1-2-4 Staffelung ergab.


Feyenoord Pressingschema – 4-4-2: Probleme im Zentrum

Feyenoord presste im 4-4-2.
Dabei sollten die Stürmer (Dressers und Til) Smalling und den jeweiligen seitlichen ballführenden IV pressen.
Die Flügelspieler hielten ihre Position auf den Außen, um die Passoption auf die Wingbacks Karsdorp und Zalewski zu schließen.

In den ersten Ballbesitzphasen agierte die Roma zu langsam, verstrichen einige Passoptionen, sodass sie ins Pressing der Niederländer gerieten.
Dabei hatte die Elf von Trainer Arne Slots einige Probleme im Pressing, gerade im Zustellen des Zentrums.

Dadurch das Romas Achter Mkhitaryan und Pellegrini dynamisch pendelten, konnten sie situativ eine 3+2 Struktur im Aufbau schaffen.
Die Flügelspieler Nelson und Sinisterra hielten weiterhin ihre Position, sodass die beiden Stürmer breit gezogen wurden, da sie sich an Cristante und Mkhitaryan mannorientierten.
Zaniolo pendelte zwischen den Linien, löste sich von der letzten Linie. Dabei agierte die Doppel-Sechs aus Kökcü und Aursnes zu passiv und hielten ihre Position weiterhin im Raum.

Ein weiteres Problem entstand:
Die Doppel-Sechs stand im Raum, allerdings ließen sie sich ebenfalls breit ziehen, durch die zueinander breitstehende Sechs (Cristante) und Acht (Mkhitaryan).
So konnte Zaniolo im Zwischenraum nicht nur angespielt, sondern konnte sich aufdrehen und durchs Zentrum laufen. Abraham startete regelmäßig tiefe Läufe, die Feyenoords IV Zaniolos Zuspiele durch aggressives rausschießen noch abfangen konnten.

Roma verlagerte innerhalb der 3er-Kette den Ball oft, während die Stürmer versuchten mühevoll zu verschieben. Für die Verteidiger war klar, dass besonders Dessers an seine Grenze stoßen würde.
Während Til irgendwann anfing Ibanez halbrechts zu pressen, stand Dessers noch im halblinken Raum.
Til schloß zwar im Pressing den Innenweg für Ibanez (somit keine Anspielmöglichkeit auf 6er Cristante), aber Dressers stand nicht kompakt genug, um Smalling in der Kette zu schließen, der nach Zuspiel von Ibanez, Cristante im Zentrum finden konnte.
Die 6er Feyenoords waren gebunden und zudem in dieser Szene mannorientiert, sodass sie die 8ter (Pellegrini) bzw. Zaniolo zustellten.

Til konnte die weiten Wege zu Cristante noch nachgehen, auch weil der Italiener die Situation nach Zuspiel spät erkannte. Zaniolo löste sich regelmäßig von der letzten Linie und war im Zwischenraum frei. Der Verlagerungsgedanke, auch um wahrscheinlich Ruhe reinzubekommen, nachdem der Beginn hektisch war, könnte ein Grund für dessen Spiel gewesen sein.

Erste taktische Umstellung – Arne Slot fängt an

Trainer Arne Slot musste umstellen, tat dies auch (in der 11. Minute), da er schnell erkannte, welche Probleme entstanden, als die Roma rund um die 7. Minute in Ballbesitz kam.
Dazu schob er Flügelspieler Nelson hoch in die erste Pressinglinie. Dessers positionierte sich zentral, zwischen Til und Nelson und stellte mannorientiert Cristante zu.
Til und Nelson sollten die beiden seitlichen Verteidiger Mancini und Ibanez bei gewissen Pressingauslöser anlaufen und dabei die Anspielwinkel zu den Achtern schließen. Auch Dessers hatte die Aufgabe Smalling zu bei Gelegenheit zu pressen. Die Sechser Kökcü und Aursnes stellten mannorientiert zu und hatten Zugriff auf die Achter Mkhitaryan und Pellegrini.

So presste Dressers Smalling, als dieser ein Rückpass von Mancini erhielt, weil der Italiener durch die Mannorientierungen im Raum der Sechser, die eigenen Achter nicht fand.

Dabei schloß Dessers im Pressing weiterhin Cristante, Nelson lief nach Zuspiel von Smalling zu Ibanez im Innenbogen an, schloss das Zentrum weiterhin, welches von Til abgesichert wurde.
Durch das Anlaufen von Nelson, lenkte er die Roma auf die Außen.

Ibanez suchte den Pass auf die Außen zu Zalewski, der mannorientiert von Geertruida zwar verfolgt wurde, diesen aber nicht schlussendlich presste. Warum das so war, kann ich an diesem Punkt nicht nachvollziehen. Geertruida war vorher weder gebunden, noch lief ein Roma Stürmer in seinem Rücken in die Tiefe. Der Moment des ‚Zupackens‘ wäre definitiv vorhanden gewesen.
Doch zumindest gewannen die Niederländer an Kompaktheit im Zentrum.

Feyenoord im Ballbesitz: Keine Lösungen in der gegnerischen Hälfte – Roma im Mittelfeldzentrum stets in Überzahl

Kökcü ließ sich im Spielübergang dynamisch in den halblinken Raum fallen, sodass LV Malacia in der Breite etwas hoch schieben konnte und Flügelspieler Sinisterra in den Halbraum einrückte.
Mkhitaryan stellte diesen allerdings zuverlässig zu. Auch Karsdorp als rechter Flügelverteidiger, hatte eine gute Anbindung zu Sinisterra und Malacia, der damit den Sprung zu beiden hatte.

Kökcü fand keine Lösungen, spielte den Ball immer wieder zurück zu den Innenverteidigern, die vom Sechser und Rechtsverteidiger Geertruida in erster Linie unterstützt wurden.
Die numerische Überzahl (4 bzw. 3 gegen 2, je nachdem ob Kökcü sich fallen ließ oder nicht) in erster Linie konnte allerdings nie ausgespielt werden. Das lag einerseits daran, dass die Innenverteidiger Senesi und vor allem Traumer nicht schnell genug spielten, aber auch daran, dass die Roma Stürmer Abraham und Zaniolo intelligent die Passwege auf die Außen zustellten, und den Gegner ins Zentrum lockten.

Das Ziel der Roma, den Gegner nach innen zu lenken, hatte logischerweise einen Grund.
Dort hattet die Roma immense Präsenz und stets Überzahl – gerade im Mittefeldblock im Zentrum.

Feyenoord baute in einem 4+1 Block auf, während die Roma in erster Linie mit zwei Stürmern und einem Zehner agierte.

Die vorhin beschriebenen Anlaufwinkel der Stürmer, erlaubte es der Elf von Mourinho, vorne mit zwei Angreifern weniger anzulaufen, und diese in letzter Linie (5er-Kette) und in zweiter (Doppel-6) zu positionieren, um Überzahl in den Zonen zu schaffen.
Im Mittelfeldzentrum hatte man lediglich einen 6er (meist Kökcü) zu verteidigen und in letzter Linie vier Gegenspieler (Sinisterra, Til, Dessers und Nelson).

Dadurch, dass es kaum Zwischenraum und Personal im Zentrum gab, gab es von Feyenoord viele Pässe, die lange unterwegs waren und von der ersten direkt in die letzte Linie gespielt wurden.
Diese Zuspiele hatte die Roma unter Kontrolle.

Vereinzelte Probleme bekam Roma, wenn Kökcü sich neben Aursnes positionierte und Feyenoord aus einem 4+2 Block aufbaute. Oliveira, der in der 17. Minute für den verletzungsbedingten Mkhitaryan eingewechselt wurde, hatte zusammen mit Zaniolo Zuteilungsprobleme, da Pellegrini weiterhin mannorientiert gegen Aursnes spielte.
Da schaffte Kökcü bei Ballbesitz auf Geertruida zu verlagern, weil sich Roma im Zentrum zusammen zog, Nelson gleichzeitig Zalewski in der Kette band.

Jedoch hatte die Roma keine Schwierigkeiten, auch das rechtzeitig zu verteidigen, indem sie wieder in ihre defensive 5-2-1-2 Formation verschoben. Das lag allerdings an der schwachen letzten Feyenoord Linie, die kein gutes Positionsspiel aufweisen konnten.

Alle vier Spieler, die die letzte Linie füllten, liefen Tief, kein Spieler kam kurz, um Druck auf die Roma-Kette zu erzeugen und Räume dahinter zu provozieren.
In der folgenden Abbildung ist zu erkennen, dass der Zwischenraum hätte genutzt werden können, da die Doppel-6 der Italiener nicht gut gestaffelt war.
Der ballnahe Stürmer wäre eine Möglichkeit gewesen, kurz zu kommen, um z. B. den Raum für den ballfernen Stürmer zu öffnen.
So ergab sich keine Anspielstation für Geertruida und die Roma konnte in ihre Grundordnung verschieben.

Romas stärkste Phase mit Ball: 3+2 Aufbau dank Oliveira und Chipbälle in die Box

Die stärkste Phase im Ballbesitz, die von Torgefahr ausgestrahlt war, hatten die Roma zwischen der 23. und 33. Spielminute.

Dies hatte auch was mit Oliveira zu tun, der ein anderer Spielertyp als Mkhitaryan ist.
Der Portugiese gestaltete die Position weiterhin asymmetrisch zu Cristante, welche zwar den selben Zweck, wie Mkhitaryan diesen hatte, allerdings füllte Oliveira das Positionsspiel zuverlässiger aus.
Das zwang den Gegner wieder in ihre alte 4-4-2/4-2-4 Formation gegen den Ball.

Durch die Besetzung im Halbraum und der Asymmetrie zu Cristante, wurden Til und Dessers erneut breit gezogen.
Til wollte Sinisterras Pressing Absichern, jedoch war dies nicht möglich, weil Zaniolo Linksverteidiger Malacia in der Kette band. Sinisterra schließt zwar im Anlaufen Karsdorp, der kann jedoch im Spiel über den Dritten – Pellegrini – durch eine Seitenverlagerung auf der Außenbahn gefunden werden. Pellegrini nutzte die große Schnittstelle im Zentrum zwischen den Stürmern.

Ein weiteres Mittel der Roma waren die Halbverteidiger. Gerade Ibanez schaffe es zwei bis drei Mal in der ersten Halbzeit vertikale Ausbrüche im Aufbauspiel zu schaffen, die die erste Pressinglinie der Niederländer durchbrachen.

Da in tiefen Zonen Til und Dessers Cristante und Smalling mannorientiert deckten, gab es für den jeweiligen seitlichen Verteidiger oft nicht die Passoption im Mittelfeld, gerade wenn Pellegrini sich in die letzte Linie positionierte und den Achter Raum vernachlässigte.
Dadurch das Nelson Ibanez im äußeren Bogen anlief, um Zalewski geschlossen zu halten, war die vertikale Laufbahn frei, die der Brasilianer mit Ball attackieren konnte.

Die AS Roma fing an – vor allem über Mancini – lange Chipbälle hinter die Kette zu spielen.
Dabei hatten sie klare Einlaufmuster in die Box, die es besonders Innenverteidiger Trauner schwer machten, diesen zu verteidigen.

Mancini spielte diesen Ball zwei Mal in dieser Phase.
Bei beiden Versuchen wurde die Aktion gefährlich, weil diese einstudiert war in den Abläufen und Einlaufverhalten, sowie Feyenoords Innenverteidiger Trauner unglücklich aussah.

In folgender Abbildung zu sehen, wie Abraham und Zaniolo die letzte Linie füllen und Trauner und Senesi sie decken.

Wer auf der vorherigen Abbildungen nicht zu sehen ist: Pellegrini. Der stand im Abseits, bewegte sich raus und positionierte sich in der zentralen Zone, zwischen den beiden Innenverteidigern.
Mit der Einkehr dieser Position war zu erkennen, wie Trauner kleine Schritte (max. ein bis zwei – die allerdings schon ausreichen) mitgeht und Abraham ein wenig mehr Raum erhält.
Mancini spielt den Chipball scharf und genau rein, den der Stürmer per Kopf auf Pellegrini sogar weiterleiten wollte, den der Italiener nicht erreicht.

Das Timing und die Energie, wie sie die Box attackieren, im Einlaufverhalten und im Bespielen des Raumes, waren sehr stark ausgeführt.

Im selben Muster erzielt die Roma den Führungstreffer zum 1:0.
Pellegrini attackiert wieder die zentrale Zone der Kette, die durch Abraham und Zaniolo unterstützend vorbereitet wurde, in dem sie die beiden IV gebunden haben.
Erneut sah Trauner nicht gut aus, der sich zwar nicht mitziehen lassen hat, allerdings nicht das Einlaufverhalten von Zaniolo beobachtete, sondern den ballführenden Mancini, der erneut den Chipball spielte.

Trauner muss man zu Gute halten:
Geertruida hatte kein gutes Stellungsspiel in der Kette, der die Breite nicht unterstützte, sondern aufgerückt stand.
Dadurch hatte Zaniolo im Rücken von Trauner mehr Raum. Auch die Sechser waren scheinbar nicht auf Pellegrinis Einlaufen in zentrale Zonen vorbereitet. Oder Arne Slot wollte das Attackieren der drei Stürmern mit den Außenverteidigern ausgleichen, die – wie in diesem Fall von Geertruida – nicht gegeben war.
Allerdings glaube ich nicht, dass das die Idee von Trainer Arne Slot war, da meist die Wingbacks Karsdorp und Zalewski ebenfalls – zumindest einer – mit in die Linie zog, sodass dann eine 4-gegen-4- Situation hergestellt wurde.
Daher wäre das Einlaufen eines Sechsers von Bedeutung gewesen, um dieser Gleich- oder gar Unterzahl zu entgegnen.

Die zweite Halbzeit: Feyenoord kommt erneut mit viel Druck aus der Kabine

Erneut, wie zu Beginn der Partie, kamen die Niederländer mit Druck und Energie aus der Halbzeitpause.
Schnelles Spiel im Aufbau, viele Laufwege, aggressives Gegenpressing führten dazu, dass Feyenoord in den ersten fünf Minuten zu zwei großen Ausgleichschancen kamen.
Auch danach hatte die Roma kaum mehr Zugriff, auch nicht im Pressing, welches dazu führte, dass Mourinho auf ein klares 5-4-1 zwischenzeitlich setzte, um Stabilität zu erlangen.
In den ersten zwanzig Minuten der zweiten Halbzeit hatte die Elf von Arne Slot 73% Ballbesitz und 6 zu 0 Torschüsse.
Die Aggressivität im Anlaufen und Gegenpressing zerrte an den Kräften der AS Roma, die viele lange Bälle raus schlugen, erneut hinterher liefen und keinen Zugriff fanden konnten.
Die Kette der Niederländer war flexibler, teils ergab sich eine asymmetrische 4er-Kette, die aussah, wie eine 3er-Kette im Aufbau, welche Karsdorp dazu verleitete höher anzulaufen, um Malacia zuzustellen, was Zaniolo nicht mehr machen konnte. Auf der anderen Seite war Geertruida ohne Gegnerdruck, da sich Zalewski in der Kette aufhalten musste, um numerische Überzahl beizubehalten

Die Wege wurden vor allem für Pellegrini und Zaniolo mit der Zeit sehr weit.
Folgerichtig wechselte Mourinho Veretout für Zaniolo in der 67. Spielminute ein und wechselte auf ein klares 5-3-2 gegen den Ball, welches teils wie ein 5-3-1-1 aussah, je nachdem, wie sich Kökcü oder Aursnes positioniert war.

Fazit

Feyenoord spielte in der zweiten Hälfte nicht bemerkenswert anders, als in der ersten.
Kleine taktische Umstellungen halfen, jedoch gingen vor allem den Römern die Kondition aus, die vor allem Abraham, Zaniolo und Pellegrini abspulten. Der Zugriff fehlte in erster Linie, dadurch stand die Roma immer tiefer, hatten dabei aber nicht mehr den Fokus, die Winkel und Passfenster sauber zu schließen, sodass die Elf von Arne Slot einfacher in die letzte Linie spielen konnte.
Veretout und die damit verbundene 5-3-2 Formation, gab zwar in der Defensivarbeit Luft, aber verhalf nicht konsequent zu einer Kompaktheit im Angriffs- der Mittelfelddrittel.
Ein Remis wäre nicht unverdient nach 90 Minuten.
Die Elf von Arne Slot hat jedoch die erste Halbzeit nicht nutzen können, um aus dem Ballbesitz Torgefahr auszustrahlen.
Die Abwehrkette der Roma verteidigte aufopferungsvoll und gewann sämtliche Kopfballduelle, die es zu holen gab. Auch das Durchschieben, aus der Kette heraus, um dem Gegenspieler mannorientiert Druck zu erzeugen, wurde selbst in späteren Spielphasen aggressiv durchgezogen. Die Power in der Kette verhalf dem Team von Mourinho.
Und er? Er gewann seinen fünften internationalen Titel in seiner Trainerkarriere.

Schon wieder José Mourinho!

Eine Analyse von Deniz

Twitter: @BorussiaExpl


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