Neuzugang Kouadio Kone in der Analyse

Kouadio Kone

Alter: 20
Nationalität: Frankreich
Größe: 1,85m
Position: zentrales Mittelfeld – 8ter Rolle
Starker Fuß: rechts
Marktwert: 7,00 Mio. (Quelle: Transfermarkt.de)

Daten 20/21

Absolvierte Spiele: 39
Min. pro Spiel: 62,3
Tore + Assists: 4 + 1
Gelbe Karten: 8

Kouadio Kone war für Toulouse in der Ligue 2 ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Der 20-Jährige Franzose hat die zweitmeisten Spiele mit 38 Einsätzen in dieser Saison absolviert, hinter Stammtorhüter Dope.

In der BorussiaExplained Analyse wird der 9-Mio-Neuzugang der Fohlenelf näher vorgestellt. Dabei werden vorhandene Stärken, aber auch noch vorhandene Schwächen in bestimmten Bereichen aufgezeigt. Alles in allem ist Kone ein vielversprechendes Talent, welches Max Eberl an den Niederrhein gezogen hat.

Position

Der junge Mittelfeldspieler ist auf der 8ter Position am stärksten und wurde im zentralen Mittelfeld bzw. im rechten- oder linken Halbfeld, meist in einem 3-5-2, aufgestellt.

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Kone hält sich gerne in den Halbräumen auf, das zeigt seine Map, in dieser abgelaufenen Saison.
Von den Halbräumen startet der Franzose oft Läufe nach vorne und gewinnt dadurch Räume. Von da sucht er gerne den Steckpass in die Tiefe oder ergreift selber Initiative und sucht den Abschluss.

Stärken

Die eben angesprochene Initiative verdeutlicht eine seiner Stärken.
Wenn Kone den Ball und den Raum vor sich hat, ergreift er gerne das Tempo aus dem Halbraum kommend. Dabei hat er Fähigkeiten, Gegenspieler im engen Raum auszudribbeln oder den Doppelpass mit dem Mitspieler zu suchen. Im folgenden Beispiel wählte Kone letzteres.

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Durch den Doppelpass verschaffte sich der Mittelfeldspieler den Raum nach vorne und drang mit Durchschlagskraft in den Strafraum, um den Abschluss zu suchen und das Tor zu erzielen, welches ihm hier gelang.

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Starkes Dribbling kombiniert mit progressiven Läufen

Im Spiel mit dem Ball hat Kouadio Kone die technischen Fähigkeiten, geschicktes Dribbling anzuwenden und somit einen großen Raumgewinn im Ballbesitz (progressive Läufe) zu erzeugen.
Dabei gelingt es ihm, vor allem durch seine Dynamik, Raumgewinn zu erzeugen. Im folgenden Beispiel schaffte der junge Franzose einen progressiven Lauf von ca. 30 Metern.
In der Saison 20/21 lief er 76 progressive Läufe, pro Spiel also 2,5-mal. Zum Vergleich: Florian Neuhaus tat dies in der abgelaufenen Saison ca. 2,03-mal pro Spiel.

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Auch im engen Raum, von 2-3 Spielern attackiert, gelingt es ihm immer wieder eine Lösung zu finden. Dabei riskiert er oft viel und verschuldet auch den einen oder anderen Ballverlust, auch in gefährlichen Zonen. Im Relegations-Hinspiel um den Aufstieg in die Ligue A gegen Nantes, ließ sich eine erfolgreiche Raumauflösung mit direktem Abschluss beobachten.

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Steckpässe in die Tiefe

Auch im Bereich ‚Passgenauigkeit‘ gelingt es ihm nicht immer den sauberen Pass zu spielen, sodass der Ball den Zielspieler findet, doch das Auge für die tiefen Räume hat Kouadio Kone.
Dabei hat er immer das Ziel, so viele Spieler wie möglich zu überspielen. Der talentierte Kicker erwägt lieber den risikoreicheren Pass in die Tiefe, als den sicheren Passweg zum Mitspieler zurück.

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Meist verschafft er durch die Steckpässe eine entscheidende Situation für seinen Mitspieler, so wie in diesem Fall:

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An der Passgenauigkeit muss Kone noch feilen. Er sucht immer wieder die Tiefe, manchmal zu oft, z.B. an ungeeigneten Stellen, wenn das Risiko für einen Ballverlust zu groß ist. Dabei ist dem 20-Jährigen die Cleverness nachzusehen. Das Potenzial ist deutlich vorhanden und die Fehlerquelle ist mit richtiger Arbeit leicht zu beheben.

Robustheit in Zweikämpfen

Der 1,85m lange Franzose bringt für ein physisches Spiel alles mit. Dynamik und die körperliche Robustheit sind seine Stärken im Spiel. Letzteres verhelfen ihm immer wieder dazu, Zweikämpfe für sich zu gewinnen oder um entscheidende Fouls zu ziehen.

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Manchmal ist Kouadio Kone noch etwas zu ungestüm, was das Timing in Tackling-Situationen angeht. Es gelingt ihm nicht immer, den richtigen Zeitpunkt zu finden, sodass er auch mal zu spät in einen Zweikampf kommt. Das belegen die bereits acht gesammelten gelben Karten in der abgelaufenen Saison.

Luft nach oben in der Rückwärtsbewegung

Die hohe Intensität die Kone fährt, sorgt dafür, dass die Rückwärtsbewegung (gerade bei hochstehenden Ballverlusten) darunter leiden kann.
In dem Beispiel unten folgte eine schwächere Ballannahme von Kone, die zum Ballverlust führte. Durch das Konterspiel des Gegners stand Kone zu hoch, um den langen Weg mit zurückzulaufen.

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Intensives Spiel von Kone

Der Franzose führt wahnsinnig viele Zweikämpfe, egal ob im offensiven Bereich im 1-gegen-1 oder im defensiven Drittel, um den Ballgewinn zu erzielen. Dabei führte der 20-Jährige in der Saison 20/21 922 Zweikämpfe und hat dabei eine gewonnene Zweikampfquote von 49,2%.
Vergleich mit Florian Neuhaus, Christoph Kramer und Denis Zakaria, gemessen an den jeweiligen Spielminuten in der Saison 20/21:

Das Intensive Spiel führt auch mal dazu, dass er sich kleine Konzentrationsfehler im Spiel erlaubt. Die Ballannahme im ersten Kontakt ist dann mal nicht sauber genug, sodass auch Ballverluste entstehen. Natürlich ist es einem 20-Jährigen gestattet, nicht fehlerfrei zu spielen. Die Anlagen zum absoluten Top-Mittelfeldspieler hat Kouadio Kone alle Male!

Fazit:

Max Eberl und das Scoutingteam sind mal wieder in Frankreich fündig geworden und haben einen hochtalentierten Mittelfeldspieler gefunden. Kouadio Kone ist ein physisch starker Box-to-Box Spieler, mit starkem Drang in den Strafraum. Mit seiner Wucht, Dynamik und einer ordentlichen Schusskraft ist der junge Franzose ein spielstarker Mittelfeldspieler, der eine Mischung aus den Gladbach-Spielertypen Florian Neuhaus und Denis Zakaria ist. Den Drang nach vorne, der Weg mit Ball, ähnelt dem Typen Neuhaus. Seine Robustheit und Zweikampfführung im Defensivverhalten ähneln Denis Zakaria. Sicherlich muss er, gerade im Defensivverhalten, noch einiges lernen. Dennoch: Als 20-Jähriger hat Kouadio Kone bereits vieles im Werkzeugkasten.
Als reiner Zakaria-Ersatz ist Kone´s Spielstil zu offensiv, sodass bei einem möglichen Abgang des Schweizers ein anderer Spielertyp gefragt wäre.
Mit einem Verbleib von Florian Neuhaus hätte man diese ‚offensive 6‘ mit drei Spielern besetzt, mit dem Rückkehrer Laszlo Benes sogar vier Spieler. Bei fehlender 3-fach-Belastung handelt es sich definitiv um eine personelle Überbesetzung. Mal schauen, ob und wer uns dort noch verlässt.
Eins steht fest:
Wenn Kone verletzungsfrei bleibt und man ihm eine Eingewöhnungszeit gestattet, wird dieser uns eine Menge Freude und Spaß bereiten!

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Martin

    Danke für diese schöne und tiefgehende Einführung!

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