Nachanalyse: Borussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 4:0

Die Borussia setzte ein Zeichen. 4:0 gegen Eintracht Frankfurt, die aus den letzten 3 Pflichtspielen 3 Siege holten und dabei unter anderem Dortmund und Wolfsburg schlugen. Der Sieg wird den Fohlen in den nächsten zwei Spielen (Hoffenheim, Bielefeld) enormes Selbstbewusstsein geben, zumal der Sieg völlig verdient entstand. Der Einsatz, der Wille sich zu behaupten, werden und müssen die Basis für die letzten 5 Spiele sein! Meine These: 10 Punkte aus den kommenden 5 Spielen und wir stehen am Ende der Saison auf Platz 6! Das Restprogramm: Hoffenheim (A), Bielefeld (H), München (A), Stuttgart (H) und Bremen (A). Auf geht’s Borussia!

Spieldaten #BMGSGE:

Ballbesitz: 41% – 59%
Passquote: 76% – 85%
Schüsse: 15 (4 auf das Tor) – 11 (5)
Laufdistanz: 117 km – 115 km
Sprints: 224 – 224
Zweikampfquote: 52% – 48%
xGoals: 2,95 – 0,61 (Quelle: understat.com)

Grundordnungen beider Mannschaften:

Die Borussia stellte nach der 2. Halbzeit gegen Freiburg und zu Beginn in Berlin um, auf das gewohnte 4-2-3-1, respektive 4-4-2.

Die Eintracht vertraute ihrer Formation aus den Siegen in Dortmund und zuhause gegen Wolfsburg und stellte erneut im 3-4-1-2 auf.

Borussias Matchplan

  1. Spiel gegen den Ball

Die Fohlen wollten ihr Zentrum im Griff haben und dicht machen, um die Eintracht immer wieder auf die Außen zu zwingen. Die SGE kommt gerne aus der Zentrale (41% der Angriffe entstehen aus dem Zentrum, somit Platz 4 im Ranking in der BuLi), um bspw. einen Kostic im letzten Spieldrittel einsetzen zu können.

Die Borussia war nicht bedacht den gegnerischen Innenverteidiger aggressiv zu pressen, es war ein Anlaufen, sobald die SGE den Ball in der letzten Kette hin und her spielte.

Der Grund hierfür war, das Zentrum dicht machen zu wollen. Das gelang, weil man mit Lazaro einen Mann im Zentrum mehr hatte. Die SGE spielte zwar nominell mit zwei Stürmern und einem Zehner, doch Jovic ließ sich ein Stück tiefer fallen, sodass sich dann wieder zwei Zehner bildeten. Somit waren diese in Unterzahl zu Borussias drei zentralen Spielern Neuhaus, Zakaria und eben Lazaro.

Wenn die Eintracht versuchte über Borussias rechte Seite aufzubauen, schob Lazaro hoch und lief an, sodass dann das 4-4-2 wieder zu erkennen war.

1.1 Die SGE auf die Außen locken

Die Mitte dicht zu machen, hat den Zweck den Spielaufbau des Gegners über die Außen zu erzwingen. Die SGE hatte keine Gegenmittel, traute sich nicht aus der Zentrale heraus den Raum anzudribbeln, um die erste Pressinglinie der Fohlen zu überspielen.

Wenn die SGE über die Außen versuchte aufzubauen, war die Borussia immer in Überzahl, da Bensebaini, Hofmann und teilweise Neuhaus über die rechte Angriffseite der Frankfurter da waren und den Zugriff hatten, um Pressingmomente auszulösen.

Der Ball konnte in dieser Szene per „longline“-Pass von Durm weitergeleitet werden:

Auch dann war wieder Überzahl vorhanden. Neuhaus nahm den Weg zurück mit auf, Elvedi schob nach und kam an den Ball. Selbst wenn Jovic es geschafft hätte, zuerst an den Ball zu kommen, wäre die Situation aussichtslos gewesen, um sich aus dem engen Raum zu lösen.

Somit schaffte es die SGE kaum für Gefahr zu sorgen.

2. Spiel mit dem Ball

2.1 Spielaufbau

Borussia Mönchengladbach hatte das Ziel, den Ball über die Außen zu eröffnen. Dies geschah in der 4er-Kette.
In der ersten Halbzeit geschah das primär über die rechte Seite mit Ginter, Lainer und Lazaro. Der flache Spielaufbau war immer wieder zu beobachten, man machte den Raum hinter Flügelverteidiger Kostic als Schwächepunkt aus.

Die Elf von Marco Rose machte das mittlere Drittel des Spielfeldes kompakt und erhoffte sich Ballgewinne in dem Bereich. Generell hatte die Borussia viel Raum mit dem Ball im Raumbereich der 6er Neuhaus und Zakaria.

Die erhofften Ballgewinne bekam die Borussia. Vor allem durch Zakaria und Hofmann konnten immer wieder Ballgewinne erzwungen werden, dessen Resultat Torchancen bedeuteten.

Zakaria gewann den Zweikampf gegen Jovic, spielte den Ball zu Ginter, der ein gutes Gefühl für den bespielbaren offensiven Raum hatte. Plea wird von ihm angespielt, der eine Menge Raum vor sich hatte, sodass eine 3 gegen 3 Situation entstand. Plea fand das richtige Timing für den Pass zu Thuram, der die Chance zum 2:0 nicht nutzen konnte.

Hofmann sorgte für die kleine Vorentscheidung

Das Tor entstand ursprünglich durch eine Ecke, die von Hofmann reingebracht wurde, dessen 2. Ball durch Flo Neuhaus wieder gefährlich gemacht wurde. Das Offensive Denken von Neuhaus in der Situation gefiel mir sehr gut. Viele spielen so einen Ball flach zum nächsten Mitspieler oder suchen sogar den Umweg zum eigenen Torhüter. Neuhaus hatte den Blick für den freien Hofmann, der dadurch wieder gefährlich agieren konnte. Logisch: Das Tor fiel durch einen kapitalen Fehler des Keepers Kevin Trapp. Die Aktion konnte für die Frankfurter nur bedrohlich werden, weil eben Neuhaus offensiv dachte.

Frankfurt wechselte offensiver und stellte auf ein 3-1-4-2 um:

Adi Hütter wechselte in der 65. Minute 3-mal: Hasebe für Ilsanker, Chandler für Durm, Younes kam für Rode rein. Somit opferte Hütter seine Doppel-6, um daraus eine alleinige 6 und zwei Zehner, hinter zwei Stürmern zu bilden.

Der Effekt verpuffte, weil zwei Minuten später Ramy Bensebaini nach einer Ecke das 3:0 für die Fohlenelf erzielte…

Fazit

Der Sieg geht völlig in Ordnung und ist hochverdient. Die Elf von Marco Rose definierte sich dieses Mal über das Spiel gegen den Ball. Man raubte der Eintracht die Stärken im Zentrum, sodass sie ihre gefährliche linke Seite in Person von Kostic kaum ins Spiel einbinden konnten. Die SGE hatte selten Zugriff, die Borussia verstand es, nicht greifbar zu sein, denn der Aufbau über die Außen fruchtete. Allgemein der Einsatz, der Wille sich gegen den Gegner zu behaupten, waren absolut gegeben. Die Grätschen von Stevie Lainer und Ramy Bensebaini sind Bilder, die im Kopf hängen bleiben! Das ist die Basis für die restlichen 5 Spiele! Der Sieg gibt der Borussia nochmal einen richtigen Schub, denn zum ersten Mal taucht, auch bei den Fans, Euphorie auf. Zurecht. Denn Platz 6 ist in Reichweite. Auch das Tor von Hannes Wolf wird ihm persönlich gutgetan haben. Es bleibt weiterhin zu hoffen, dass der Junge endlich seinen Platz findet. Sprichwort: Adi Hütter…

Jetzt heißt es: 2-Mal in Sinsheim und zuhause gegen Bielefeld möglichst 3-fach zu punkten, um gestärkt in die DFB-Pokal Pause zu gehen. Mit der gestrigen Leistung werden die Aufgaben absolut machbar sein. Auf geht’s Borussia!

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