Nachanalyse: Borussia Mönchengladbach – Arminia Bielefeld 5:0

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Die Borussia bezwang Arminia Bielefeld mit 5:0. Ein hochverdienter Sieg, der allen Gladbachern endlich wieder ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Das lag, neben der konzentrierten und spielfreudigen Borussia, vor allem aber auch am gestrigen sehr schwachen Gegner aus Bielefeld. Die Ostwestfalen hatten weder die Flügel unter Kontrolle, noch das Zentrum. Die Abstände zwischen den Linien waren wirklich gewaltig, was ich in der Form bisher selten gesehen hatte. Dennoch: Die Borussia erledigte ihre Hausaufgaben und verspürte Spielfreude. Breel Embolo und Hannes Wolf stachen dabei genauso hervor, wie der wirbelige Thuram. Auch Lazaro und Lainer beackerten ihre Seiten wie kein anderer. Ein Endergebnis, welches mit 5:0 noch eher glücklich für die Arminia ausfiel.

Spieldaten:

Ballbesitz:                           59% – 41%
Passquote:                         89% – 79%
Schüsse (auf d. Tor):       20 (12) – 10 (5)
Laufdistanz:                       110 km – 111,5 km
Sprints:                                212 – 216
Zweikampfquote:            51% – 49%
xGoals:                                 3.46 – 0.80

Grundordnungen:

Borussia Mönchengladbach: Marco Rose stellte seine Mannschaft in einer 3-4-1-2 Grundordnung auf. Der Unterschied zum 3-4-3, das zuvor gegen Freiburg und auch in Berlin beginnend gespielt wurde, lässt sich im Anlaufverhalten der gegnerischen Innenverteidiger fest machen. Die Arminia baute mit 2 Innenverteidigern auf, daher liefen Thuram und Embolo in erster Linie an. Die Freiburger und Berliner bauten jeweils in einer 3er-Kette auf, sodass 3 gegnerische Innenverteidiger angelaufen werden musste. Des Weiteren ist deutlich zu spüren, dass Hannes Wolf sich auch im Spiel mit dem Ball, in der zentralen Position wohler fühlt, als auf den Flügeln.

Arminia Bielefeld: Die Arminia startete ursprünglich in der Grundordnung 4-4-2. Nach 10 Minuten korrigierte Frank Kramer dann das Zentrum, indem er Okugawa von der Flügelposition ins Zentrum beförderte und Doan als zweiten Stürmer aufgab, um das 4-3-3 herstellen zu können.

1. Matchplan der Borussia:

Der Borussia gelang es den Bielefeldern auf allen Angriffszonen gefährlich zu werden. Die ersten beiden Tore entstanden aus der rechten und der linken Angriffsseite. Die Tore zum 4:0 und 5:0 entstanden aus dem Halbraum bzw. aus dem Zentrum heraus, welches die Bielefelder überhaupt nicht im Griff hatten.

1.1 Spielaufbau

Das Team von Marco Rose baute aus der 3er-Kette heraus ihr Spiel auf. Dabei fiel auf, dass eine 3-2 Staffelung entstand. Dadurch hatte die Borussia im Zentrum immer Überzahl.

Die Arminia versuchte zunehmend offensiver zu pressen, weil sie spürten, dass sie durch ihre Unterzahl im Zentrum keinen Zugriff erlangten. Das spielte der Fohlenelf in die Karten, denn dadurch verlor das Team von Frank Kramer die Grundorganisation komplett.

Die Arminia versuchte durch das aggressivere Vorgehen Zugriff zu erlangen, hatten sogar ihr System vom 4-4-2 auf das 4-1-2-3 (4-3-3) gewechselt, um Zentrum-lastiger zu agieren. Die Abstände zwischen der letzten Verteidigungskette und der zweiten Anlauflinie waren zu groß, sodass die Borussia in den Räumen immer wieder aufspielen konnte.

1.2 Über die Flügel zu Torerfolgen – 1:0 & 2:0

Wie bereits geschrieben, hatte die Arminia selten Zugriff auf die Fohlen. Die Abstände zwischen den Linien wurden immer größer. Beim versuchten Pressvorgang ließ sich der defensivste 6er Prietl rauslocken. Zakaria hatte keine Mühe den großen Raum hinter Prietl zu bespielen. Wolf konnte aufdrehen und Lainer per longline-Pass schicken. Thuram lief tief ein, zog die beiden Innenverteidiger auf sich und Embolo hatte im Rückraum genug Platz, um das 1:0 zu erzielen.

Auch das 2:0 fällt im ähnlichen Muster, dieses Mal auf der linken Angriffsseite.
Breel Embolo band Innenverteidiger Pieper, der sich dabei herauslocken ließ. Bensebaini und Lazaro konnten per Doppelpass den engen Raum auflösen. Im nicht-besetzten Raum von Piepe konnte Hannes Wolf einlaufen, der später zum Assistgeber wurde, indem er Thuram durch die flache Hereingabe einsetzen konnte.

Auch in der 2. Halbzeit das gleiche Muster

Die Bielefelder schafften es auch in Halbzeit zwei nicht, ihr eigenes Zentrum dicht zu bekommen.
Der Fohlenelf gelang es in 1-2 Kontakten, das vermeintliche Pressing des Gegners zu überspielen und wieder mal das Zentrum zu überladen.

Ortega verhindert mehrere Top-Chancen

Zwar hatte Bielefeld eine Torchance in der 61. Spielminute, die Yann Sommer hervorragend parierte, jedoch war die Borussia immer der Spielbestimmer. In der Aktion der Bielefelder gab Bensebaini seinen Raum auf, Lazaro unterschätzte den langen Ball und somit gelang den Ostwestfalen Überzahlspiel, weil Elvedi aus dem Zentrum herausrücken musste. Somit konnte Rechtsverteidiger de Medina den Flügelspieler Gebauer am 2. Pfosten einsetzen.

Die Borussia führte ihr Spiel 90 Minuten lang so weiter.
Embolo hatte bereits in der 65. Spielminute die Chance auf sein 2. Tor zu gehen. Er entschied sich im letzten Moment für den Querpass, der leider technisch sehr unsauber war…
Dennoch war auch hier das folgende Muster zu erkennen:

Der Fohlenelf gelang es Lücken aufzureißen, indem sich die gegnerischen IV´s rauslocken ließen. So entstanden durch Freilaufbewegungen immer wieder tiefe Räume, die Borussia herausragend im 1-Kontakt-Spiel auflöste.

4:0 – Borussia Barcelona

Das 4:0 war wahrscheinlich das schönste Tor der Saison, welches vom Kombinationsspiel sehr an Lucien Favre Zeiten erinnerte. Der Ball lief im linken Halbraum im 1-Kontakt-Spiel, die Arminia hatte keinen Zugriff und die Borussia strotze vor Selbstbewusstsein. Wie Embolo sich durch die letzte Verteidigungskette durchgetankt hat, war sehr stark. Es bleibt weiterhin spannend zu beobachten, wie ein Adi Hütter mit Breel Embolo funktionieren wird. Die Vorzeichen stehen sicherlich sehr gut, um es vorsichtig zu formulieren…

Plea von der Bank kommend und traf

Das man einen Alassane Plea von der Bank bringen konnte, zeigt sicherlich von Luxusproblemen, die man aus unterschiedlichsten Gründen in der laufenden Saison nicht immer hatte. Bei den Bielefeldern war der Stecker gezogen und Lasso Plea bewies, welche großartigen technischen Fähigkeiten er hat, um einen Ball aus 18m zu versenken.

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