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Ko Itakura im Videoscouting: Ein Innenverteidiger für die Fohlen?

Bei einem Ersatz für Matthias Ginter beschäftigte ich mich mit Ko Itakura von Schalke 04, der zu Saisonbeginn von Manchester City ausgeliehen wurde.
Der 25-Jährige Verteidiger fiel in seinem ersten Jahr in Deutschland positiv auf, sodass ich mich dazu entschloss, Ko Itakura intensiv zu scouten.

Dabei beschreibe ich sein Spielerprofil und fokussiere mich vor allem auf seine Stärken.

Passt Ko Itakura zum anbahnenden Umbruch und zu Borussia Mönchengladbach?

Eine Analyse von Deniz (@DenizimHalbraum).

NameKo Itakura
Geb. / Alter27.01.1997 (25 Jahre)
Starker FußRechts (zudem ein guter linker Fuß)
Absolvierte Spiele24/24 (23 von Beginn an)
Tore3
Gelbe/ rote Karten2
Vertragslaufzeit30.06.2023 (Manchester City)
Marktwert3,5 Mio. €

Quelle: Transfermarkt.de

Die Defensive: Itakuras Spielintelligenz

Im Videoscouting blicke ich auf vier verschiedene Dinge in seinem Defensivspiel, wie das Durchschiebeverhalten, Zustellen der Passwege, die Tiefensicherung und die Orientierung bei gegnerischen Flanken in der Box.

Ko Itakura zeichnet in all seinen Aktionen die Spielintelligenz aus. Er versteht den Fußball, die Verteidigung und die damit zusammenhängenden taktischen Vorgaben. Diese führt er äußerst zuverlässig aus.

Durchschieben: Schnelle Auffassungsgabe, sowie aggressive Zweikampfführung

Das Durchschieben der seitlichen Verteidiger in einer 3er-, respektive 5er-Kette ist wichtig, um Aktivität gegen den Ball auszustrahlen. Das mannorientierte Verhalten der Halbraumverteidiger wird meist von dem zentralen Innenverteidiger abgesichert.

Im Länderspiel für Japan zeigte Itakura, dass er seine Spielintelligenz auch im Durchschieben aufrecht erhalten kann:

In der Ausgangssituation steht Itakura bei seinem direkten Gegenspieler, der sich von ihm lösen will und für seinen Mitspieler kurz kommen möchte.

Itakura im Länderspiel für Japan, gegen Australien

Itakura folgt diesem, schiebt also „durch“. In folgender Abbildung ist zu erkennen, wie Itakura sich zwischenzeitlich absetzen möchte, weil er sieht, dass sein Mitspieler das Laufduell im Timing verpasste und somit Itakuras Gegenspieler diesen freien Raum bespielen könnte.

Ko erkennt in der Dynamik des Angriffs mehrere Dinge und kann folgerichtig handeln. Der eigene Mitspieler konnte den Raum schließen, so rückte Itakura sofort wieder raus, um Balldruck auf seinen ursprünglichen Gegenspieler zu erzeugen.

Dem 1,86m langen Innenverteidiger hilft in solchen Situationen seine Beweglichkeit, da er körperlich nicht über dem Durchschnitt „physisch“ gebaut ist.

Hütters Mannorientierungen auf dem Feld: Itakura kann folgen

Für Adi Hütter und dessen Spiel sind aggressive Durchschiebeverhalten der Verteidiger wichtig. Ebenso eine intensive Zweikampfführung, um das präferierte und offensive Umschaltspiel durch Ballgewinne zu forcieren.
Diesem kann der 25-Jährige folgen.

Itakura im Ligaheimspiel für Schalke 04, gegen Hansa Rostock – 38. Spielminute

Itakura befindet sich von der Anzahl an defensiven Duellen – im Vergleich zu den BMG Innenverteidigern, im durchschnittlichen Bereich (5,68 pro Spiel).
Jedoch erweist dieser die stärkste Zweikampfquote mit 72,39% und bestärkt somit die These.

Defensive Zweikampfquote von Itakura im Vergleich der BMG-Innenverteidiger; Quelle: Wyscout

Im Zweitligavergleich belegt Itakura mit seiner defensiven Zweikampfquote den 24. Rang von 70 Innenverteidigern (hier nur ausgewählte IV mit mind. 10 Saisoneinsätzen 21/22).

Schnelle Auffassungsgabe

Die Spielintelligenz des 25-Jährigen wurde bereits angesprochen. Darunter zählt auch die schnelle Auffassungsgabe. Diese hilft ihm, um die jeweiligen Angriffsdynamiken des Gegners zu deuten.

Im folgenden Beispiel verlor Schalke den Ball im mittleren Spielfelddrittel.
Schalkes Kette stand kompakt und hielt Abstände klein.

Selbes Spiel: Itakura im Ligaheimspiel für Schalke 04, gegen Hansa Rostock – 39. Spielminute

Itakura erkennt die Situation, dass der Gegenspieler im Halbraum frei steht, löst sich somit aus der Kette, übergibt den vorherigen Gegenspieler an Sane und schiebt selbst durch.

Der Ballgewinn gelang zwar nicht, jedoch stoppte der von Manchester City ausgeliehene Innenverteidiger den gegnerischen Konter und zwang diesen, hinten rum neu aufzubauen.

Antizipation: Itakuras Stärke

Die Auffassungsgabe hilft ihm bei sämtlichen Spielsituationen. Darauf folgt, dass Itakura eine stark ausgeprägte Antizipation besitzt. So erkennt der Innenverteidiger Situationen, scannt diese und deutet sie im nächsten Schritt: Was kann jetzt passieren? Folgt nun der Pass, oder das Dribbling des Gegenspielers?

Im Beispiel schlug Hansa Rostock einen langen Ball. Itakura schiebt zum Gegenspieler durch. Dieser lässt den Ball klatschen, der Flügelspieler schiebt hoch. Der 25-Jährige erkennt die Situation und antizipiert den Pass zum Flügelspieler.
Die Aktivität wird durch seine Antizipation eingeleitet, sodass dieser den Passweg abfangen und den Ballgewinn verzeichnen kann.

Ligaheimspiel gegen Hansa Rostock

Dies kann er ebenfalls in tiefen Spielsituationen. Unabhängig davon, ob sich viel Freifläche hinter ihm befindet, oder eben nicht:
Itakura scannt permanent die Situationen und versucht aktiv zu antizipieren.

So auch im nächsten Beispiel, als Rostock über den Flügel den Angriff eröffnet und über den dritten Spieler im Zentrum gefährlich werden möchte. Itakura steht zunächst am Gegenspieler, der den ersten Pass an der Sechzehnmeterkante erwartet.

Ligaheimspiel gegen Hansa Rostock

Als der Ball bei diesem beinahe ankommt, deutet er bereits den nächsten Passweg, weil er sieht, wie dieser in der Körperhaltung zum Ball steht und diesen mit der Hacke weiterleiten möchte.

Ko wird aktiv und „schießt“ aus der Kette raus, um den Ball abzufangen.

Quote von abgefangenen Bälle/Pässe von Itakura im Vergleich der BMG-Innenverteidiger; Quelle: Wyscout

Die PAdj Werte verdeutlichen, dass Itakura einen hohen Wert der abgefangenen Bälle besitzt, und im jetzigen BMG Kader nur Bensebaini (9,98 pro Spiel) einen höheren Wert als Itakura (8,36 pro Spiel) aufweisen kann.

*Zur Erläuterung: Was ist der PAdj Wert?

Wyscout entwickelte ein System, welches die reine Ballbesitzzeit des Gegners in Betracht zieht und somit eine Formel entwickelt, die sich auf abgefangene Bälle pro gegnerischer Ballbesitzdauer fokussiert.

Als Beispiel: Im Spiel AFC Bournemouth – Manchester City (0:1, 2. März 2019) hatte ManCity 80 % Ballbesitz (42:37 reine Ballbesitzzeit), während Bournemouth nur 20% (10:35 reine Ballbesitzzeit) hatte.

Aké, der das gesamte Spiel für Bournemouth spielte, hatte 10 abgefangene Bälle. Sein PAdj-Abfangwert wäre: 10 / 42,5 * 30 = 7,06.

Walker, der das gesamte Spiel für Man City spielte, hatte 5 abgefangene Bälle. Sein PAdj-Abfangwert wäre: 5 / 10,5 * 30 = 14,3.

Während Walker nur die Hälfte der abgefangenen Bälle von Aké machte, erhöht der große Unterschied im Ballbesitz, seinen Wert um das Doppelte.

Covering Depth/ Die Tiefensicherung:

Die Tiefensicherung ist in jedem System wichtig, egal ob hohes, mittelhohes, oder tiefes Pressing. Der Raum hinter der letzten Kette ist für den Gegner oft die präferierte Zone, um Torgefahr zu erzeugen.

Im Adi Hütter System ist die Freifläche hinter der letzten Kette oft eine große, sodass die Tiefensicherung eine bedeutende Rolle besitzt. Funktioniert die Tiefensicherung nicht und gleichzeitig erzeugt man keinen Balldruck, so ist der Angriff nicht mehr zu verhindern.

Itakura hat für diese Szenen eine gute Situationsanalyse auf Lager.
Die vorhin beschriebene Antizipation behält er auch bei seinen Tiefensicherungen bei. So nahm Itakura im Länderspiel den tiefen Laufweg mit seinem Gegenspieler, erkennt aber, dass der Passsender den Ball in den Rücken des Gegenspielers , seines nebenstehenden Innenverteidiger, spielt.

Länderspiel von Itakura mit Japan, gegen Australien

So löst sich Itakura von seinem ehemaligen Gegenspieler, gewinnt den Ball und wechselt vom passiven Zustand (Tiefe verteidigen) zum offensiven (Passweg zulaufen, Pass abfangen).

Wenn Eins-gegen-Eins Duelle entstehen, ist es wichtig, dass man nicht „blind“ zum nächstnahen Gegenspieler durchschiebt. Befreit sich der der Gegner von den Mannorientierungen, so entstehen Unterzahlsituationen für die eigene Mannschaft.

Im Beispiel schlägt Hannover, nachdem sie erfolgreich verlagerten, einen langen Ball.
Zu diesem Zeitpunkt steht Itakura bei seinem Gegenspieler am Mittelkreis.

Ligaheimspiel gegen Hannover 96

Der lange Ball landet hinter dem Rücken des Innenverteidiger Kollegen Thiaw, den Itakuras Gegenspieler beläuft. Dieser konnte auf Thiaws Gegenspieler klatschen lassen.

Itakura rückt zunächst zu diesem raus und merkt im Anschluss, dass er den torgefährlicheren Raum öffnet.
Dabei wägt er in der Dynamik des Angriffs ab, ob er zeitnah Balldruck erzeugen kann (um den Pass zu verhindern). Der Abstand zum Passsender ist allerdings zu groß, sodass sich Itakura fallen lässt und die Tiefe sichert.

Den Pass konnte Itakura dadurch abfangen.

Entwicklungspotenzial: Kopfballspiel

Itakura lebt von seiner Beweglichkeit. All seine bisherigen beschriebenen Stärken berufen sich auf diese.
Laut Wyscout wiegt der Innenverteidiger 75 Kilo, bei einer Körperlänge von 1,86m. Das diese Daten nicht auf einen physisch-stämmigen Körperbau deuten, ist legitim.

Er bringt die „Borussia-typische“ Anfälligkeit mit, in der die Verteidiger Probleme bei langgespielten Bällen des Gegners bekommen. Ginter und Elvedi sind nicht für ihre Kopfballstärke in der Defensive bekannt und sind dabei dennoch Spitzenreiter im Kader mit 62,3% und 61,4% gewonnenen Luftduellen.

Quote der Kopfballduelle von Itakura im Vergleich der BMG-Innenverteidiger; Quelle: Wyscout

Allerdings können Daten täuschen, wie viele andere auch, wenn der Blick in die Praktische fehlt.
Ja, Itakura ist und wird nie ein „Kopfballmonster“ sein, allerdings geht der 25-Jährige auch hier mit Spielintelligenz vor.

Itakura verhält sich in Kopfballduellen oftmals so, dass er die Chance entwickelt, den Ball zu erhalten, wenn er sieht, dass der Gegenspieler keine Möglichkeit für den Ballerhalt besitzt.
Er positioniert sich hinter dem Gegenspieler, geht dabei nicht ins Kopfballduell, sondern setzt sich ab. Der Gegenspieler kommt nicht an den Ball, dadurch gewinnt Itakura diesen und dessen Kontrolle.

Als Beispiel: Dadurch, dass Itakura gelegentlich nicht ins Duell geht und der Stürmer touchiert den Ball lediglich, oder köpft ihn aussichtslos irgendwo hin, verliert Itakura offiziell dieses Kopfballduell, allerdings ist sein Team in Ballbesitz.

So auch in folgender Szene:
Auch hier setzt sich Itakura minimal ab, weil er sieht, dass rund um den Gegenspieler keine aussichtsreiche Anspielstation für dessen Kopfball besteht.

Das Itakura dennoch in dieser Kategorie Steigerungspotenzial besitzt, steht außer Frage.

Ein Teil der Wahrheit ist allerdings auch, dass Itakura sich in der zweiten Liga körperlich durchzusetzen weiß, sodass ich ihm in der ersten Liga keine schwerwiegenderen Probleme anmaßen würde.

Itakuras Spiel mit Ball: Cleveres Movement ohne Ball – stetige Anspielstation

Wie in der Defensive, so auch in der Offensive: Ko Itakura zeichnet eine Cleverness aus, die ihn mit Ball ebenso wichtig machen, wie ohne.
Neben seiner feinen Technik (Linker Fuß, wie auch der rechte), versteht der spielstarke Verteidiger das Positionsspiel. Als zentraler Innenverteidiger der 3er-Kette hilft ihm sein Movement, um neue Anspielstationen zu kreieren.

In der folgenden Szene sieht man, dass sich Itakura horizontal in der Kette verhält und sich nicht (wie viele andere Innenverteidiger – auch ein Problem bei BMG) diagonal abkippen lässt. Dadurch öffnet der 25-Jährige den Passweg zum Keeper.

Als der Ball über Umwege beim Keeper landet, beginnt Itakura bereits die Situation zu scannen und schaut über die Schulter, wo sich freie Räume und Gegenspieler befinden.
Der Innenverteidiger lässt sich nicht „krampfhaft“ fallen, sondern hält die Höhe und verhält sich teils wie ein 6er.

Der Keeper spielt den Pass zum ballnahen IV. Für Itakura das Zeichen, sich vom Deckungsschatten zu lösen, um diagonale Anspielwinkel herzustellen. Dabei scannt er weiterhin die Situation.

Der Pass folgte dennoch erst zum Flügelverteidiger, sodass Itakura das Pressing des Gegners auflöste, weil sich Itakura wie ein 6er verhielt. Dadurch verlor der vorderste Stürmer im Anlaufen seine Wertigkeit, weil Ko sich von ihm löste und damit keinen direkten Gegenspieler besaß.

Gleiches auch im Auswärtsspiel bei St.Pauli.
Die zentrale Position interpretiert Itakura im Ballbesitz fast pendelnd vom IV zum 6er.

Nach dem Pass zum halbrechten Innenverteidiger zeigt Itakura bereits den Passweg zum Flügelverteidiger an. Für die Gegner meist der Pressingtrigger, um auf den Außen Ballverluste zu provozieren.
Itakura löst dieses allerdings auf. Viele Stürmer rechnen damit, dass sich der zentrale IV fallen lässt – quasi wie ein Libero absichert. Mit offensiven-vertikalen Laufwegen rechnen weder die Stürmer, noch die Mittelfeldspieler. Wenn der 8ter/6er doch rausrückt, entstehen in anderen Zonen Überzahlsituationen.

Itakuras Anbindung sorgt dafür, dass der Flügelverteidiger nicht gepresst werden kann und der Angriff weiter an Dynamik gewinnt.

Die technischen Skills beweist Itakura, indem er auf engem Raum das Dribbling zieht, den Gegner dabei tunnelt und weiter verlagert.

Nicht nur als zentraler IV, sondern auch als einer der seitlichen Verteidiger beweist Itakura sein spielintelligentes Movement.
Der Gegner lief in einer Raute (4-3-1-2) an, während Itakura den linken Part der 3er-Kette gab.
Bei Rückpass zu Thiaw (halbrechter IV), zieht es den japanischen Nationalspieler erst in den vertikalen Laufweg, um dann diagonal ins Zentrum einzurücken.

Viele seitliche Verteidiger machen das Spiel breit, befinden sich in der Grauzone zwischen Halbraum und Außenbahn. Itakura zieht es ins Zentrum, weil er die spielerischen Fähigkeiten besitzt, seine Position wie ein 6er zu interpretieren.

Der Chipball ist ein häufig gewähltes Mittel, um tiefe Läufe des Mitspielers zu belohnen, bzw. durch diese die letzte Kette weiter nach hinten zu drücken, um in den Zwischenräumen Passoptionen zu erhalten.

Tiefenbälle

Itakuras Spiel am Ball kann auch für Borussia Mönchengladbach von Vorteil sein.
Während Ginter seine Position oft breit interpretiert, fühlt sich Itakura in zentralnahen Räumen wohler.

Im folgender Abbildung hatte Ingolstadt Orientierungsschwierigkeiten, dadurch gab es den ersten Riss und deren Linksverteidiger rückte kurzzeitig raus, sodass Churlinov den Raum belaufen konnte. Itakura bespielte diesen per Chipball.

Der Nationalspieler hat aus dem Halbraum heraus oft einen tiefen Blick, falls sich Räume ergeben.
Dabei beweist Itakura eine hohe Zuverlässigkeit und kann Schnittstellen bespielen.

Itakuras Beweglichkeit, in Kombination seiner feinen Technik verhelfen ihm auch in hohen Spielfeldzonen Vorteile.
So traut sich der 25-Jährige auch in engen Räumen ins Dribbling.

Dabei verliert er aber nicht den Kopf, sondern denkt lösungsorientiert. Einlaufende Flügel kann dieser – wie eben geschildert – in Schnittstellen bespielen.

Fazit: Ko Itakura – Ein Innenverteidiger für die Fohlen!

Ja, Ko Itakura wäre ein Innenverteidiger für die Borussia.
Seine Spielintelligenz, in Kombination seiner technischen Fähigkeit mit Ball, seinen Freilaufbewegungen ohne Ball, passen zum Fohlen-Style!

Gegen den Ball kann Itakura das hohe Anlaufen von Adi Hütter umsetzen, weil er die nötige Grundaggressivität und Cleverness im Defensivverhalten, sowie eine ordentliche Pace mitbringt.

Aber:
Itakura ist kein Eins-zu-Eins Ersatz für Matthias Ginter.
Ginters Positionen befinden sich in höheren Spielfeldzonen, die in der eigenen Hälfte beginnen und sich in hohen Räumen forttragen. Während Itakura ein Ballzirkulator ist, trägt Ginter den Ball.
Dadurch sind seine Passwege ins letzte Drittel kürzer.

Dies verdeutlicht sich in einigen Daten:
Während Ginter pro Partie durchschnittlich 1,72 Pässe spielt, sind es bei Itakura 0,94.

Passstatistiken von Itakura im Vergleich der BMG-Innenverteidiger; Quelle: Wyscout

Bei den Passquoten wird erkennbar, dass Itakura den zuverlässigeren Weg wählt, somit in gewissen Situationen das Risiko scheut und den Gedanken des Ballbesitzes hegt.

Die Beschreibung lässt sich ebenfalls auf weitere Daten publizieren, wenn es um Pässe ins letzte Drittel, oder Tiefenbälle geht.

Passstatistiken von Itakura im Vergleich der BMG-Innenverteidiger; Quelle: Wyscout
Passstatistiken von Itakura im Vergleich der BMG-Innenverteidiger; Quelle: Wyscout

Die Verantwortung im Aufbauspiel müsste also auf mehreren Schultern verteilt werden. Dabei würde Itakura allerdings die meisten Anlagen mitbringen, um Ginter spielerisch zu ersetzen.

Auch, dass Elvedi dadurch mehr Verantwortung nehmen müsste, sehe ich positiv, weil er die nötigen technischen Fähigkeiten mitbringt.

Eventuell würde sich eine Positionsrochade ergeben:
Itakura übernimmt den linken/zentralen Part der Kette, Elvedi den rechten, sodass er seinen starken Fuß am Ball hat, für zum Beispiel diagonale Eröffnungen.
Dabei kann Itakura seine 6er Stärken im Zentrum ausleben. Dann hätte man allerdings eine spielerisch „anfällige“ linke Seite mit Friedrich. Oder traut man Beyer den Sprung dort zu?


Schlusssatz:
Itakura würde dem Umbruch gut tun, weil er zum Fohlenstil passt, dabei eine gute Mentalität ins Team bringen würde und zusätzlich auch „kostengünstig“ zu haben wäre, wenn Schalke 04 einen Transfer verpassen sollte.


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