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Dion Beljo – Scoutingbericht 21/22 – Ein richtiger & falscher Neuner

Die Sommerperiode läuft und die Gerüchte werden konkreter. Laut Florian Plettenberg von Sky hat die Borussia ein erstes Angebot für Stürmer Dion Beljo abgegeben.
Deniz (@DenizimHalbraum) hat sich mit dem 20-Jährigen Stürmer aus Kroation befasst.

Die Sommerperiode läuft und die Gerüchte werden konkreter. Laut Florian Plettenberg von Sky hat die Borussia ein erstes Angebot für Stürmer Dion Beljo abgegeben.

Deniz (@DenizimHalbraum) hat sich mit dem 20-Jährigen Stürmer aus Kroation befasst.
Welcher Stürmertyp ist Beljo? Wie schießt er seine Tore? Integriert er sich ins Passspiel, oder ist er tatsächlich ein reiner Mittelstürmer? Wie ist sein Pressingverhalten?
All das und mehr im Scoutingbericht zu Dion Beljo, findet ihr hier!

Daten

NameDion Beljo
Geboren am01.03.2002 (20)
Größe1,95 m
Gewicht85 kg
Starker FußLinks
Pflichtspiele37
Tore20
Assists4
Gelbe/Rote Karten3/0
Vertrag bis30.06.2025
Marktwert4,50 Mio. €
Quellen: TM.de & Wyscout

Scoutingbericht Dion Beljo – 21/22 – von Deniz (@DenizimHalbraum).

Tore, Assists, Pässe – Wie verhält sich Beljo im letzten Drittel?

Verhalten in der Box

Dion Beljo ist ein Stürmer, der ein Verständnis für Positionsspiele hat. Dabei geht es in der Box ständig um die richtige Positionierung.
Schaut man sich seine Tore an, wird erkennbar, wie oft er sich durch flache Hereingaben einsetzen lässt.

Dabei bereitet er sich vor und scannt die Lage; Beispiel:

Während des Angriffs nimmt Beljo zwei Positionen ein. In der ersten Abb. steht der Stürmer im Zentrum, gebunden am Innenverteidiger. Im Moment, als die Mitspieler den Angriff über die Flügel auflösen, zieht es Beljo in den Halbraum und den Lauf in die Tiefe.

Dabei hat er im Einlaufverhalten klare Muster.
Beljo ist ein Stürmer, der in der Box vollstrecken möchte. Im Einlaufen „verschwindet“ er gern – egal ob am ersten oder zweiten Pfosten, da wo der Raum sich in der Anbindung zum Passsender anbietet (kürzeste Distanz) – im Rücken des Verteidigers.

Sein Positionsspiel ist vor der Box darauf hinaus, am Spiel teilzunehmen. Er ist kein klassischer Neuner, der im Zentrum ständig bindet, sondern Ausbrüche in die Halbräume hat. In der obigen Abb. befinden sich seine Mitspieler am rechten Flügel im Ballbesitz, sodass seine Verbindung ihn ins Halbfeld – für ein mögliches, diagonales Zuspiel zieht.

Lösen seine Mitspieler die Angriffe, wie im ersten Beispiel, über den Flügel auf, so kehren wieder die sofortigen aggressiven Einlaufmuster zum Tor hin.
Die Gier das Tor zu schießen, zieht ihn zum Tor hin. Selten lauert er im Rückraum, der kürzeste Weg zum Tor ist gesucht.
Auch in der obigen Abb. erneut zu erkennen, wie sich Beljo im Rücken des Gegners befindet.

Ein weiteres Merkmal sind seine Vorbereitungen auf die individuellen Angriffe.

Bewusst lauert Beljo in der Abb. im Abseits, weil er weiß, dass das Zuspiel nach Außen kommt und er sich dann einen Raumvorteil (auch hier im Rücken des Gegners) erarbeitet, wenn die Hereingabe folgt.

Der Ball kam zwar in den Rückraum, jedoch blieb Beljo im Spiel und konnte auf den verunglückten Schuss seines Mitspielers am zweiten Pfosten reagieren und das Tor schießen.

Tiefgang

Im Video sind drei verschiedene Angriffe, die seinen Tiefgang verdeutlichen und aufzeigen.

Der 20-Jährige bringt Tempo mit. Seine Körpergröße von 1,95 m werden durch seinen Körpergewicht von 85 kg relativiert.
Der Halbraum eignet sich tendenziell für Tiefenläufe am besten. Oft sind die Räume zwischen Innen- und Außenverteidigern am größten.
Während sich vor allem die Innenverteidiger in der Konterverteidigung zusammen ziehen, können Tiefenläufe in den Halbräumen effektiv sein. Im ersten Segment des Videos sieht man, wie Beljo die Bahn besprintet und im Einlaufen bogenförmig hinter die Kette gelangt, um den Tiefenball zu erhalten.

So auch im letzten Drittel. Beljo entfernt sich im zweiten Beispiel aus dem verdichtenden Zentrum, zieht in den Halbraum und bietet gleich zwei Tiefenläufe an.
Bekommt er die Bälle, ist er vor dem Tor, mit dem linken, sowie rechten Fuß recht sicher.

Daten

Der Linksfuß ist kein Stürmer, der mit hohen Schussfrequenzen auffällig wird, eher mit Effizienz. Im Datenvergleich wurden alle Stürmer der kroatischen ersten Liga mit mindestens 1.000 Einsatzminuten der Saison 21/22 ran gezogen.
Mit 1,23 Schüssen pro Spiel belegt Beljo den 28. Rang von 30 verglichenen Stürmern.
Das Thema Effizienz lassen sich in den xGoal-Werten, Schüssen auf das Tor und die %-Goal conversion aufzeigen.

Schüsse pro Spiel1,23
(Rang 28 / 30)
Davon auf das Tor, %57,5
(1 / 30)
xGoal-Wert12,33
(3 / 30)
xGoal-Wert pro Spiel0,38
(9 / 30)
Goal conversion, %

*(Umwandlungsquote: Anzahl Tore dividiert durch Anzahl der Schüsse, multipliziert mit 100)
37,5
(1 / 30)
Quelle: Wyscout.
Werte berufen sich rein auf den Ligabetrieb, keine Pokalwettbewerbe enthalten.

Die Werte zeigen:
Schießt Beljo, so ist die Torgefahr meist sehr groß.
Der ermittelte „Goal conversion“-Wert von Wyscout mit 37,5% ist ein außerordentlich guter Wert.
Quervergleiche in andere Ligen sind immer schwierig, um jedoch ein Gefühl für diesen Wert zu bekommen, sind nun die Goal conversion Werte der 10 besten internationalen Stürmern 21/22 aufgezeigt:

SpielerSchüsse pro SpielGoal conversion
Beljo1,2337,5 %
Ben Yedder2,4634,72 %
Nunez3,1531,51 %
Schick3,4428,92 %
Son2,3128,05 %
Lewandowski4,323,50 %
Immobile3,6323,28 %
Benzema4,0821,60 %
Vlahovic3,2521,24 %
Mbappe4,0820,00 %
Salah3,9317,69 %
Quelle: Wyscout.
Daten berufen sich nur auf den Ligabetrieb, kein internationaler Fußball 21/22.

Statistiken sind aus dem bisherigen Kalenderjahr 2022 (Stand: 28.07.2022); Wyscout.

Im Wyscout Report ist zu erkennen, in welchen Zonen der 20-Jährige seine Tore erzielt. In der Box und speziell im 5-Meter-Raum, ist Beljo jemand, der den Ball über die Linie drückt. Sein beschriebenes Einlaufverhalten hilft ihm dabei.
Dies erklärt die insgesamt wenigen Abschlüsse pro Spiel, dafür die hohe Trefferquote.

Entwicklungspotenzial: Kopfbälle

Mit 1,95 m Körperlänge ist Beljo für das Kopfballspiel prädestiniert.
Im Scouting wird seine ordentliche Sprungkraft deutlich, jedoch ist im Kopfballabschluss noch Luft nach oben.
Primär sucht er die Kopfballduelle im Abschluss und im Verhältnis seiner Möglichkeiten weniger, stattdessen ist er gewillt, den Ball mit dem Fuß über die Linie zu drücken.
Zwei der 15 Ligatore erzielte er per Kopf, dies ist im Ligaranking zwar ein recht guter Wert (reiht sich zwischen Platz 5-9 ein), jedoch im Verhältnis seiner Körperlänge und guten Sprungkraft noch zu wenig.
Das Kopfballspiel ist solide, aber noch lange nicht am Ende der Entwicklung.

Assists

Im Gegensatz zu den Kopfballtoren, ist Beljo bei dessen direkten Ablagen (Assists) erfolgreicher.

In der obigen Abb. wird deutlich, dass seine Assists alle in der Box entstanden sind. Beljo hat in seinen Kopfbällen eine gute Sprungkraft und eine lange Dauer, die ihn in der Luft hält.
Diese nutzt er, um die Bälle für seine Mitspieler abzulegen.

Grundverhalten im letzten Drittel

Sein grundsätzliches Spiel ist durchaus körperbewusst, aber nicht primär darauf ausgelegt.
Beljo weiß seinen Körper einzusetzen. Die bereits vorhin genannte Kombination aus Körpergröße und Gewicht erschweren es dem Gegner, wenn dieser blockt.
Dazu näheres später.
Sein Spiel ist technisch ausgelegt. Dies hilft ihm dabei, wenn er handlungsschnell agieren muss, um Torgefahr zu entwickeln.

Entwicklungspotenzial:
Beljo muss sich öfter trauen aufzudrehen. Denn seine eben angerissenen technischen Fähigkeiten sind gut, um diese unbeachtet zu lassen.
Schafft er in einzelnen Momenten, sich aufzudrehen, auf die Kette zuzugehen, dann weiß er seine Mitspieler einzusetzen.

Dass er diese Situationen und Fähigkeiten hat, zeigt erneut, dass Beljo kein reiner Mittelstürmer, sondern ein durchaus mitspielender Akteur ist. Von einem reinen mobilen Stürmer zu sprechen, die ihn z. B. mit Alassane Plea aus dem aktuellen Gladbach-Kader vergleichen würden, würde zu weit gehen. Dazu fehlen ihm (noch) die nötigen konstanten („Aufdreh“-) Momente im Ballbesitz.

Link-up play – Wie integriert sich Beljo ins Passspiel und in Angriffsphasen?

Beljo beteiligt sich aktiv daran mit, um im Angriffsspiel eine Rolle zu spielen. Dabei kippt er – bereits im Verhalten im letzten Drittel und Strafraum angerissen – gerne in Halbräume ab, um für Verbindungen zu sorgen.
Dabei wird deutlich, dass er gerne als „Klatsch-Option“ dient, um für eine mögliche Seitenverlagerung zu sorgen.

Seine technischen Fähigkeiten am Ball sind gut. Dies gibt ihm das Selbstvertrauen, sich aktiv zu beteiligen.
In engen Räumen und zusätzlichem Druck des Gegners waren unregelmäßig technische Fehler in direkten Rückpässen (Ablagen) oder im ersten Ballkontakt zu beobachten, die jedoch keine gravierenden waren.
Themen, wie Konzentration und Kondition könnten hier welche werden, um dauerhaft über 90 Minuten das Level hochzuhalten.

Seinen Körper nutzt Beljo, um als Passoption zu dienen, geschickt nutzt und fällt er gerne mal mit dem Rücken in den Gegner.
Bei Annahme oder direkter Weitergabe („Klatsch-Option“) ist eine hohe Zuverlässigkeit zu beobachten, die bei Mitspielern ankommen.

Link-up play: Spiel im letzten Drittel

Neben seinem Tiefgang im letzten Drittel, ist Beljo durch seine aktive Rolle im Angriff ein Raumreißer für Mitspieler.
In seiner zentralen Position, kommt Beljo gerne kurz, reißt als Verbindungselement seine direkten Gegenspieler (spielen meist mannorientiert) mit.
Gegnerische Innenverteidiger die aus der Kette schießen, bedeuten Räume für eigene Mitspieler.

Die Räume, die er reißt muss Beljo noch lernen selbst zu bespielen.
Die Fähigkeiten in der technischen Ausübung sind vorhanden.
Sein grundsätzliches Verhalten im Passempfang, wahrscheinlich auch der Rollenaufteilung geschuldet, beruft sich noch zu stark auf das direkte klatschen lassen auf andere Mitspieler.
Wenn er zusätzlich lernt, sich in den Momenten aufzudrehen, und die Räume selbst zu bespielen, wird sein Gesamtpaket tatsächlich ein großes.

In den Daten wird deutlich, dass Beljo kein großartig-raumgewinnender Passspieler ist, welches er selbstverständlich nicht sein muss.
Um die eben genannte Analyse zu bekräftigen, nun einige Passstats:

Allgemein gespielte Pässe pro Spiel15,48
(28 / 30)
Passquote81,11%
(5 / 30)
Vorwärtspässe pro Spiel2,55
28 / 30)
Rückpässe pro Spiel5,97
(19 / 30)
Horizontale Pässe pro Spiel3,6
(29 / 30)
Linienbrechende Pässe pro Spiel0,37
(22 / 30)
Key-Pässe pro Spiel0,43
(13 / 30)
Pässe in die Box pro Spiel0,71
(27 / 30)
Tiefenbälle pro Spiel0,52
(15 / 30)
Progressive Pässe pro Spiel0,8
(30 / 30)
„Second assists“ pro Spiel0,03
(18 / 30)
„Third assists“ pro Spiel0,03
(9 / 30)
Quelle: Wyscout.
Daten berufen sich nur auf den Ligabetrieb, kein internationaler Fußball 21/22.
Vergleich aller Stürmer der kroatischen ersten Liga der Saison 21/22 mit mind. 1000 Einsatzminuten.

Beljo ist kein Spieler der vielen Ballkontakte, dies zeigen seine Passstats. Er konzentriert sich auf die Effektivität seiner Aktionen (Klatsch-Pässe, Spiel über den Dritten).
38,5% seiner insgesamt gespielten Pässe, also über ein Drittel, sind Rückpässe, die durch seine Klatsch-Verbindungen entstehen.
Mit 0,03 „Third assists“ pro Spiel(somit im oberen Drittel des Rankings) wird deutlich, welche Rolle er in der Chancenkreierung hat:
Die eigentlichen Zielspieler (Sechser) sollen über ihn gefunden werden, die wiederum den durch Beljos Positionsspiel gewonnen Raum (Tiefe), bespielen sollen.

Link-up play im Aufbau

Link-up play im Aufbau 2.0

Während die Abb. „Link-up play im Aufbau 1.0“ das Nutzen des Spiel über den Dritten mit Beljo aufzeigt, erkennt man in den Abbildungen 2.0 und 2.1 das Szenario, wie bspw. die Flügelspieler davon profitieren, dass die Sechser frei gespielt und Tiefe bespielt werden kann.

Gegen starke Mannorientierungen öffnen sich noch interessantere Zonen im Zentrum der sich auflösenden Kette, dies zeigt 3.0 auf.
Für Spieler wie Thuram, Hofmann und unsere Außenverteidiger, die ihre Stärken in Tiefenläufen haben, sind dies Szenarien, die sehr interessant werden könnten.
Die Zuverlässigkeit Beljos Positionsspiele sind hoch. Hat er nicht den unmittelbaren Druck des Gegners im Rücken, sind seine Zuspiele fehlerfrei und on point.
Unter enormen Druck, erkannte man unregelmäßig technische Fehler, die bei den Mitspielern auf Kniehöhe ankamen.
In der Bundesliga werden sich diese Szenarien häufen. Jedoch sind diese kleine Details, die sich mit der Angewöhnungszeit anpassen. Dies sind keine Schwächen von technischer Natur, sondern des fehlenden Dauerdrucks des Gegners über eine Saison.

Link-up play im gegnerischen Pressing: Körper als Waffe

Im Hinblick auf die vorhin angesprochene Pressingaggressivität der Bundesliga, ist Beljos Körper und sein gutes Spiel mit dem Rücken zum Gegner eine Waffe.
Zudem ein Element, welches mit dem Abgang von Breel Embolo wieder gewonnen wäre.

Über die angesprochenen „Spiel über den Dritten“-Spielzüge sind gegen hochpressende Teams, schnell Tiefe zu finden.
Gladbachs Sechser Neuhaus, aber auch Kone und Itakura, sind definitiv in der Lage halblange Tiefenbälle zu spielen.

Gerade über den rechten Halbraum und Hofmanns Besetzung können dies Abläufe und Muster für dynamisches und vertikales Spielmittel werden.

Defensivverhalten

Beljos Pressing und generelles Verhalten im Spiel gegen den Ball ist beeindruckend gut. Dabei glänzt er neben der Spielintelligenz, die sich auch in der Handlungsschnelligkeit beweist, mit einer hoch-intensiven Art.
Während er ein Auge und auch das Gefühl dafür hat, in welchen Räumen er stehen muss, hat Beljo zudem ein taktisch gut-geschultes Anlaufen.

Bogenförmiges Anlaufen, schließt Passfenster.

Im obigen Video wird dieses aufgezeigt:
Bogenförmiges Anlaufen gegen den Innenverteidiger, um den Rückpass zum Keeper zu verhindern. Folge: Dieser hat keine Kurpassoption und schlägt den Ball lang. Den Rebound gewinnen Beljos Mitspieler. Wie er den sich öffnenden Raum erkennt, beläuft und dann vollstreckt ist Bonus.


In den beiden Videos wird zudem deutlich, wie er die Situationen deutet und erkennt. Während er ballnah verschiebt, erkennt Beljo im ersten Beispielvideo, dass der Gegenspieler nur noch die Rückpassoption offen hat, sodass der Stürmer aktiv den Passweg abfängt.

Er erkennt spieltaktische Momente, die z. B. den gegnerischen Sechser betreffen. Er hat ein Auge darauf, auch wenn die Sechser nicht permanent in seine theoretische Aufgabenrolle rein fallen, erkennt er die freien Gegenspieler und ist gewillt die Bälle abzufangen.

Datentechnisch macht sich das mit 2,42 abgefangenen Bällen pro Partie bemerkbar (Rang 11 / 30).

Seine Intensität, die er aufbringt, ist beeindruckend.
Die „Gier“, gepaart mit der Dynamik, bringen eine enorme Intensität mit.
In den nun folgenden Abbildungen wird dies unter anderem deutlich, wie Beljo von halbrechts bis zum linken Flügel durchsprintet, stets seinen Deckungsschatten im Bogen einsetzt und letztendlich den Zweikampf führt.

Beljo fällt eher durch Antizipationen und abgefangenen Bällen auf, statt mit geführten Zweikämpfen. Der junge Stürmer führt 2,74 defensive Duelle pro Partie aus (Rang 27 / 30) und hat eine Erfolgsquote von 50,5% Rang 21 / 30).

Seine Intensität macht sich besonders im Gegenpressing bemerkbar. Seine Arbeitsrate ist sehr hoch, welches aus den Momenten nach Ballverlusten entsteht.
In den obigen Abb. wird deutlich, welche Wege und Duelle Beljo sucht und findet.

Beljo ist dabei noch oft „zu energisch“ und hat viele (kleine, aber unnötige) Fouls.
Im Sprintweg findet er teils nicht die Bremse, läuft von hinten oder vorwärts auf den Gegner auf.
Jedoch gewann man nicht den Eindruck, dass dies den Spielfluss stört. Zudem ließ sich beobachten, dass teils taktische Fouls dabei waren, die nicht unwichtig erschienen.

Mit durchschnittlich 1,51 Fouls pro Partie belegt Beljo im Vergleichsranking den neunt-höchsten-Rang., der gesammelten Fouls. Mit insgesamt drei gesammelten gelben Karten wird auch hiermit belegt, das Beljo keine bösen Fouls spielt.

Daten

Defensive Duelle pro Spiel2,74
(27 / 30)
Gewonnene Quote50,5 %
(21 / 30)
Kopfballduelle pro Spiel4,22
(18 / 30)
Gewonnene Quote40,8 %
(11 / 30)
Grätschen pro Spiel0,22
(17 / 30)
Abgefangene Bälle pro Spiel (*PAdj)1,75
(11 / 30)
Geblockte Schüsse pro Spiel0,09
(13 / 30)
Fouls pro Spiel1,51
(9 / 30)
Quelle: Wyscout.
Daten berufen sich nur auf den Ligabetrieb, kein internationaler Fußball 21/22.
Vergleich aller Stürmer der kroatischen ersten Liga der Saison 21/22 mit mind. 1000 Einsatzminuten.

Fazit

Durch den Abgang von Breel Embolo ist in der Breite ein Spieler verloren, der unter normalen Umständen, sprich keinen Verletzungen, eher ein Kandidat ist, der von der Bank kommt.
Durch die vielen Verletzungen in der letzten Saison, besonders von Thuram, war Embolo gefragt und lieferte gegen Ende der Saison ab.

Im ersten Schritt muss man sich klar werden, welche Skills der Borussia mit dessen Abgang abhanden kommen:

  • Körperlichkeit
  • „Mit dem Rücken zum Tor“-Stärken
  • Mitspielender Stürmer im Zenturm
  • Tempo

Mit Dion Beljo hat die Borussia ein Spielerset im Auge, die diesen Punkten sehr nahe kommt und auf seine individuelle Art ersetzt.
Zwar hat Beljo nicht die selbe, letzte Power, wie Embolo, dafür glänzt er mit einem deutlich stärkeren technischen Set, welches den Faktor des mitspielenden Stürmers nochmal bekräftigen.

Gerade im Zentrum, wenn Thuram gesetzt ist, hilft dieses Spielerset, um für Variabilität im Angriffsspiel zu sorgen.
Thuram kann dadurch über halblinks kommen, wenn Beljo startet.

Im ersten Jahr im Ausland, sowie den neuen Erfahrungen, täte ihm die Rolle als Back-up und als einer der ersten Offensivoptionen für Einwechslungen oder Rotationsstartelfeinsätze, gut.

Von Beljo dürfen wir nicht erwarten, dass er die neun Ligatore von Embolo 21/22 ersetzt, (dafür soll Thuram wieder bestenfalls sorgen, der mit 3 Toren quasi ausgefallen ist), sondern einer, der als Boni Dynamiken im Spiel ändern kann.
Körpergröße, Tempo, Spielset = Borussia Mönchengladbach würde mit Beljo eine elegante Lösung finden, die Embolo im ersten Moment nicht vergessen, aber auch nicht vermissen lässt.
Mittelfristig sehe ich das Potenzial von Beljo größer, als der aktuelle Leistungsstand von Breel Embolo.
Mit dem nicht verlorenen Set an Attributen, den dafür gewonnen Millionen, wäre dieser Deal für Roland Virkus und Co. ein sehr guter.

Scoutingbericht Dion Beljo – 21/22 – von Deniz (@DenizimHalbraum).

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Eine Antwort auf „Dion Beljo – Scoutingbericht 21/22 – Ein richtiger & falscher Neuner“

Ich habe deine Analyse aufmerksam gelesen. Das war alles extrem gut nachvollziehbar und ich habe jetzt ein überraschend gutes Bild von unserem neuen Spieler. Nachdem du sowohl Farke als auch Itakura schon vorab analytisch „auseinander genommen“ hast und diese anschließend verpflichtet wurden, habe ich auch bei Beljo keine Zweifel mehr, dass er kommen wird. Willkommen Beljo und danke Deniz!

PS: Rollo, der zu Beginn für viele von uns eher das Anforderungsprofil eines Hausmeisters oder Bademeisters erfüllt hätte, füllt seine Rolle mehr und mehr mit beeindruckender Leidenschaft, Hartnäckigkeit und ehrlicher Sachlichkeit aus. Ich bin bislang positiv überracht und vorsichtig optimistisch!

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