Adi Hütter und der erste Sieg: Das Spiel in K´lautern in der Analyse

 Die Borussia steht in der 2. Pokalrunde

Die Borussia gewann ihr Auswärtsspiel in Kaiserslautern mit 0:1. Capitano Lars Stindl sorgte für den Siegtreffer per Kopf. Die Fohlenelf überzeugte sicherlich nicht über 90 Minuten, aber gewann verdient dieses hitzige Pokal-Spiel.
Am 29. August findet die Auslosung für die 2. Pokalrunde statt. Mal sehen, ob die Borussia ausnahmsweise Losglück hat…

Die Analyse:

  • Spieldaten: (Wyscout)
 1. FC KaiserslauternBorussia Mönchengladbach
Ballbesitz51%49%
Reine Ballbesitzzeit26:14 Min24:56 Min
Anzahl der Ballbesitzphasen127121
Ballbesitzphasen, bei denen die gegn. Hälfte erreicht wurde59 (46%)61 (50%)
Ballbesitzphasen, bei denen der gegn. Strafraum erreicht wurde9 (7%)18 (15%)
Durchschnittliche Dauer einer Ballbesitzphase00:12 Min00:12 Min
Abschlüsse7 (2)14 (6)
Gespielte Pässe450 (81%)437 (82%)
Zweikämpfe42%58%
Pressingintensität (zugelassene Pässe  pro Defensivphase)9.58.1
xGoals0.931.95
  • Realtaktische Aufstellungen:

Kaiserslautern:

Die Elf von Marco Antwerpen ging mit einer 3-4-1-2 Formation ins Spiel. Dabei agierte Wunderlich (28) als Zehner, hinter den Stürmern Redondo (11) und Hanslik (19). Felix Götze (24) agierte als 6er, während Klingenburg weiter offensiver agierte. Zimmer (8) und Zuck (21) übernahmen die Rolle des Flügelverteidigers, wobei Zimmer deutlich offensiver spielte. Die 3er-Kette bildeten Senger (3), Kraus (5) und Tomiak (2). Im Tor stand der 22-Jährige Raab im Tor.

Abbildung 1

Borussia Mönchengladbach:

Adi Hütter schickte seine Mannschaft in einer 4-2-3-1 Formation aufs Feld.

Yann Sommer (1) bekam vor Tobi Sippel den Vorzug. Scally (29), Elvedi (30), Ginter (28) und Lainer (18) bildeten die 4er-Kette. Auf der Doppel-6 spielten Neuhaus (32) und Kramer (6), dieser übernahm die defensivere Variante des Duos ein. Die Flügel besetzten Wolf (11) und Herrmann (7), sodass in der Zentrale Benes (22) und Capitano Stindl (13) agierten.

Abbildung 2

  • Spiel gegen den Ball:

Die Fohlen wählten ein hohes Anlaufen, in dem ein 4-2-1-3 entstand.

Ganz vorne, in erster Anlauflinie, bildeten Wolf, Stindl und Herrmann das Trio. Hinter Stindl Zentral lief Benes an, der den 6er Felix Götze im Aufbau zustellte. Die Flügelverteidiger Zimmer und Zuck waren erstmal anspielfrei und als Pressingsignal von Scally und Lainer gedeutet, wenn diese angespielt wurden.

Abbildung 3

Die Borussia war darauf hinaus, in hohen Spielfeldzonen Ballgewinne zu verzeichnen. Dies gelang vor allem in der 1. Halbzeit, in der vier Ballgewinne erzielt worden sind, die von der Fohlenelf zu einem Torabschluss führte.
Die linke Angriffsseite der Roten Teufel wurde besonders oft attackiert, sodass alle vier Ballgewinne dort praktiziert worden sind. Dabei spielten Kramer und Lainer eine bedeutende Rolle, die ins Pressing übergegangen sind, als der linke Flügelverteidiger Zuck (21) im Aufbau angespielt worden ist.

So zum Beispiel, als die Borussia beim gegnerischen Einwurf, auf der eigenen rechten Seite, hoch zustellte und den Ballgewinn in Person von Kramer, erzielte. Nach 1-2 Kontakten war die Seitenverlagerung auf Wolf passiert, der mit seinem Schuss knapp das Tor verfehlte.

Abbildung 4

Gefährlich wurde es, als die Borussia 2-mal den Ballverlust hinnehmen musste. Bei der ersten Chance des Gegners, spielte Neuhaus einen Fehlpass, sodass der Gegner den Ball im ersten Kontakt in die Schnittstelle der Fohlen-Abwehr spielte. Die 3-gegen-2 Überzahl-Situation spielte Kaiserslautern zwar erfolgreich in den Strafraum hinein, doch der Pass für Redondo war zu lang, sodass ein Abschluss nicht umzusetzen war.

Das sonst starke Gegenpressing der Fohlen, wurde einmal durch einen langen Chipball von Zuck, hinter die letzte Kette der Abwehr, überspielt. Auch weil Lainer ein unnötiges Risiko einging, indem er den Gegner an der Seitenlinie versuchte zu tunneln. Den Chipball konnte Redondo stark verarbeiten und Zimmer in der Box einsetzen, der an Sommer scheiterte. Die Borussia war weit aufgerückt. Lainer hätte diesen Ball dort nicht so fahrlässig verlieren dürfen.

Die Minuten 16-30 waren die anfälligsten der Fohlenelf. Zwischen der 16. und 30. Spielminute verzeichnete Kaiserslautern 71% Ballbesitz.

Abbildung 5

Auch der FCK startete in dieser Spielphase die meisten Angriffe pro Minute, mit 0.53, während die Fohlen dort ihren Tiefpunkt mit 0.07 Angriffen pro Minute verzeichneten.

Abbildung 6

Wenn man diese Spielphase weglässt, erkennt man im Spiel gegen den Ball eine hochstehende Mannschaft aus Mönchengladbach. Die Borussia stand mit der letzten Verteidigungskette immer höher als der FCK. Erscheint logisch: Die Fohlen waren die Favoriten im Pokalspiel.

Die beste Phase hatte man direkt nach dem Wiederanpfiff, als man 63 Meter weit vorgerückt war. Also tief in die gegnerische Hälfte.

Abbildung 7
  • Das Spiel mit Ball

Passnetzwerke BMG:

Die meisten Pässe in die offensive Spielrichtung, spielte Kramer. Mit 24 Vorwärtspässen führt er das Ranking an (gefolgt von Neuhaus mit 18). Dieser Wert entstand, weil Kramer sich immer wieder in die erste Kette, zwischen Elvedi und Ginter, fallen ließ und somit das Spiel mit aufbauen konnte. Neuhaus ließ sich zwar auch immer wieder in den linken Halbraum der ersten Kette fallen, agierte aber hauptsächlich auf der zweiten Linie, um das Spiel weiter ins letzte Drittel zu praktizieren.

Anhand des Passnetzwerkes erkennt man, welche Spieler die meisten Ballkontakte hatten. Umso größer der Kreis, desto öfter war der Spieler am Ball. Man sieht, dass Elvedi, Neuhaus und Kramer die meisten Ballkontakte hatten. Das deutet darauf hin, dass der Aufbau der Borussia vor allem im zentralen Bereich entstand.

Abbildung 8

Abschlüsse in der Box:

Die meisten Abschlüsse der Fohlenelf entstanden innerhalb der Box. Ganze 10 Pässe in die Box, führten dazu, dass daraus resultierend ein Abschluss entstanden ist. In beiden Halbzeiten schaffte man es, in der Box gefährlich zu werden, in dem man einen Abschluss erzeugte. Dies gelang der Fohlenelf deutlich öfter als Kaiserslautern:

Abbildung 9
Abbildung 10

Die beste Offensivphase direkt nach Wiederanpfiff gehabt

Die Elf von Adi Hütter verzeichnete ihre beste Spielphase in den ersten 15 Minuten der 2. Halbzeit. Das belegen sämtliche Wyscout-Daten.

Die durchschnittliche Aufstellungslinie wurde soeben thematisiert. Mit 63 Metern stand man nie höher auf dem Feld (Abbildung 7). Auch die Ballbesitzwerte (Abbildung 5) zwischen Minute 46 und 60, belegen die beste Phase der Fohlenelf. 63% Ballbesitz waren Höchstwert im Spiel. Ebenso stellte man mit 0,87 Angriffen pro Minute, die höchste Angriffs-Frequenz ein (Abbildung 6). So hatten Stindl 54´ und Herrmann 57´ Chancen auf das 2. Tor im Spiel.

Die letzte Welle erfolgreich verteidigt

Ja, die Borussia versäumte das 2. Tor. Dadurch schnupperte der FCK weiterhin am Ausgleich. Folgerichtig kam nochmal eine Welle der Pfälzer, die es zu verteidigen galt. Die Borussia stand in den letzten 15 Minuten tiefer, hatte aber eine solide Zweikampfquote (47%) und eine starke Pressingintensität, in der man nur 4,4 Pässe des Gegners pro eigener Defensivphase zuließ. Dies entfernte den Ball recht weit weg vom eigenen Tor.

Abbildung 11

Fazit:

Natürlich gibt es in sämtlichen Spielphasen, im Spiel mit und gegen den Ball, sowie in gewissen Umschaltmomenten noch deutliches Verbesserungspotenzial. Auch waren nicht alle Spieler auf der Höhe. Doch ist diese Erkenntnis wirklich überraschend?
Ich denke nicht. Die EM-Fahrer trainieren erst seit 2 Wochen mit. Zudem fehlten der Borussia Spieler, wie Bensebaini, Zakaria, Hofmann, Plea, Thuram, Embolo und auch Neuzugang Kone. In Betracht dessen und der Erkenntnis der Spiele anderer Bundesligisten zuvor, dürfen wir Fans zufrieden sein, mit dem Spiel. Auch, weil die Mannschaft das Spiel verdient gewonnen hat.
Viele Bundesligisten haben sich schwergetan. Es gingen nicht wenige Teams in die Verlängerung, oder gar ins Elfmeterschießen (Köln, Mainz, Wolfsburg, Hoffenheim).
Union Berlin, SC Freiburg, Hertha BSC, VfL Bochum taten sich enorm schwer und gewannen ihre Spiele knapp mit 0:1/1:2. Die SGE und auch Greuther Fürth verabschiedeten sich sogar vom Wettbewerb.

Von daher gilt: Ruhe bewahren und dem Trainerteam die gewisse Zeit geben!

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